Es war ja auch zu schön: Mehr als 40 Prozent, die ungeliebte FDP unter fünf Prozent und die SPD auf Abstand gehalten - da gab es am Abend der Bundestagswahl 2013 für CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder kein Halten mehr. "An Tagen wie diesen..." schmetterte er erstaunlich textsicher die Hymne der Toten Hosen. Der damalige CDU-General Hermann Gröhe bekam da weitaus schlechtere Haltungsnoten. Die Punk-Popper waren indes nicht amüsiert.

"Hosen"-Kopf Campino plauderte jetzt über das Nachspiel dieser Gesangseinlage: Angela Merkel höchstselbst habe sich kurze Zeit später gemeldet. "Herr Campino, ich rufe an, weil wir letzten Sonntag so auf Ihrem Lied herumgetrampelt sind", berichtete der Musiker über das Telefonat.

Mit den Sangeskünsten von Politikern ist das so eine Sache - selbst bei klassischen Werken. Als am Tag nach dem Mauerfall vom Balkon des Schöneberger Rathauses die Polit-Prominenz die Nationalhymne anstimmte, waren die schiefen Töne klar in der Überzahl. Oskar Lafontaine wiederum ließ sich einst als SPD-Chef zu einer Tanzszene hinreißen - sein Techno-Versuch scheiterte kläglich. Er kann sich freuen, dass es noch keinen You-Tube-Kanal gab.

Umgekehrt klappt es aber auch nicht besser: Wolf Biermann hätte jüngst bei der Gedenkstunde im Bundestag wohl besser nur gesungen ...

SPD-Chef Sigmar Gabriel fungierte in seinen schlechteren Tagen mal als Pop-Beauftragter der SPD. Sein Spitzname "Sigi-Pop" hat sich bis heute gehalten. Fürs Singen fehlen ihm derzeit aber die Erfolgserlebnisse. Wie gut!