München - Die Verteidigung der Hauptangeklagten im Münchner NSU-Prozess, Beate Zschäpe, hat die Ermittlungen zur Mordwaffe vom Typ "Ceska" als "dilettantisch" kritisiert. Anlass war die Vernehmung eines Beamten des Bundeskriminalamts (BKA).

Der Zeuge beschrieb, wie der als Unterstützer mitangeklagte Carsten S. die Pistole mit Schalldämpfer bei einer Vernehmung im Jahr 2012 identifiziert hatte. Ihm seien mehrere Bilder und später auch Originalwaffen gezeigt worden, bei denen Carsten S. dann im Ausschlussverfahren einzelne Typen aussortierte, bis die "Ceska" übrig blieb. Bei einer der Waffen war etwa der beigelegte Schalldämpfer zu kurz, eine andere hatte auffällige Kanten, bei den meisten Vergleichswaffen lag kein Schalldämpfer dabei.

Zschäpe-Verteidiger Wolfgang Stahl sagte, das BKA habe es versäumt, S. die Waffe zuerst aus seiner Erinnerung beschreiben zu lassen. Das sei ein "katastrophaler Fehler". Die Methode, die Waffe im Ausschlussverfahren zu identifizieren, sei "dilettantisch". Carsten S. hatte gestanden, die Mordwaffe in einem Szeneladen der rechtsextremen Szene in Jena bekommen und dann zu Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gebracht zu haben. Mit der Pistole soll der "Nationalsozialistische Untergrund" neun seiner zehn Morde verübt haben.