Den ersten "Showroom" der deutschen Streitkräfte muss man in Berlin nicht lange suchen. Wer aus dem Bahnhof Friedrichstraße kommt, fällt praktisch direkt hinein in die neueste Errungenschaft der Bundeswehr-Ära von der Leyen. Auf ein paar Quadratmeter sind motiviertes Streitkräfte-Personal und viel Elektronik vorhanden, um junge Leute unter dem Motto "Wir.Dienen.Deutschland." für kürzer oder länger dienstzuverpflichten.

Warum aber gerade am zugigen Bahnhof Friedrichstraße? Es gibt in der Hauptstadt andere, gut frequentierte zentrale Punkte, die sich für die Rekrutierung eignen würden. Gut, der Pariser Platz mit Brandenburger Tor ist zu teuer, und am Fernsehturm gucken die Leute wohl lieber nach oben als auf ein Bundeswehr-Kreuz.

Der Grund für die Ortswahl liegt vermutlich tiefer. Die Ministerin weiß, dass mit der einheimischen Jugend die Truppe nicht aufzufüllen ist. Die Franzosen haben vorgemacht, was dann zu tun ist: Fremdenlegion heißt die Lösung. Dafür werden junge Leute aus aller Welt gebraucht, wie sie sich täglich an der Friedrichstraße ein Stelldichein geben. Mancher bliebe gern ein bisschen länger hier, vielleicht auch in Uniform? Steffen Honig