Berlin - Der Bund hat seit der Wiedervereinigung den Großteil seines Wohnungsbestands an Investoren verkauft. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die dem "Spiegel" vorliegt.

Seit 1994 hat der Bund demnach knapp 353 000 Wohnungen veräußert - übrig geblieben sind noch etwa 46 000. Das Bundesfinanzministerium beziffert die Verkaufserlöse in dem Schreiben auf rund 7,8 Milliarden Euro. Allerdings räumt es ein, dass für Zehntausende verkaufte Wohnungen der heutigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben keine Erlöszahlen vorlägen; die Einnahmen dürften also noch wesentlich höher liegen.

Zu den größten Geschäften gehörte der Verkauf von fast 64 000 Eisenbahnerwohnungen an den Immobilienkonzern Deutsche Annington zur Jahrtausendwende und von 83 000 Wohnungen der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte an den Hedgefonds Fortress im Jahr 2004. Für die stellvertretende Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Caren Lay, steht fest: "Mit dieser Privatisierungspolitik trägt der Bund eine erhebliche Mitschuld an der aktuellen Mietenexplosion."