Stuttgart - Nach dem Votum der CDU-Basis in Baden-Württemberg führt der bisherige Parlamentspräsident Guido Wolf seine Partei in die Landtagswahl 2016. Der 53-Jährige wird Herausforderer des grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Der CDU-Landesvorsitzende und Bundesvize Thomas Strobl unterlag bei der Abstimmung der Parteimitglieder.

Wolf setzte sich mit 55,9 Prozent der Stimmen durch, wie CDU-Generalsekretärin Katrin Schütz bekanntgab. Ein Landesparteitag im Januar muss den Spitzenkandidaten noch offiziell bestimmen - dies gilt aber als reine Formalie.

Der neue CDU-Frontmann im Südwesten, der auch Landrat in Tuttlingen war, gibt sich gerne volksnah. Seine Förderer meinen, dass er landesväterliche Züge besitze und damit Kretschmann nicht unähnlich sei. Wolf betonte nach der Verkündung des Ergebnisses, er setze auf die Geschlossenheit der Partei. Es liege aber ein harter Weg vor ihm. Die CDU hatte die Macht 2011 an Grün-Rot abgeben müssen.

Die grüne Regierungspartei in Stuttgart attackierte den Gewinner des CDU-Votums: "Wolf ist Verwalter, aber kein Gestalter." Die Kandidaten hätten "sich lediglich im Muster der Krawatte unterschieden", hieß in der Grünen-Fraktion zum Kandidaten-Duell Strobl/Wolf. An der Befragung beteiligten sich seit Anfang November rund 51 Prozent der 69 000 Parteimitglieder.

Für Strobl ist die Niederlage ein schwerer Schlag. Er hatte die CDU nach dem Wahldesaster 2011 als Landesvorsitzender übernommen - mit dem Ziel, sie neu aufzustellen und fit für die Landtagswahl 2016 zu machen. Es war seine Idee, die Mitglieder über die Spitzenkandidatur entscheiden zu lassen.

Der Schwiegersohn von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist stellvertretender CDU-Bundes- und Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Nach bisherigen Plänen will er auf dem CDU-Bundesparteitag in der kommenden Woche wieder für das Bundesvize-Amt kandidieren.