Zagreb | Die Kroaten haben ein Problem. Es ist gerade einmal 2,5 Millimeter groß, aber in der Masse eine echte Bedrohung - zumindest für Obstplantagen.

Es geht um Fruchtfliegen. Denn deren enorme Vermehrung ist Schuld daran, dass die kroatischen Bauern erhebliche Einbußen bei der Ernte hinnehmen müssen. Doch eine clevere Lösung für das Problem wurde bereits gefunden.

Der Plan: Man nehme 500 Millionen Fruchtfliegenlarven aus Israel, setze sie radioaktiver Strahlung aus und schicke sie anschließend mit dem Flieger nach Kroatien. Durch die Bestrahlung sind die schlüpfenden Fliegen unfruchtbar. Das merken die männlichen Tiere in Kroatien allerdings nicht. Die Neuankömmlinge werden von ihnen freudig in Empfang genommen. Nur der Nachwuchs bleibt zur Freude der Bauern aus. Experten hoffen, auf diese Art die Population der Fruchtfliegen in Kroatien stark zu dezimieren und der Plage Herr zu werden.

"Wir schicken jetzt ein halbes Jahr lang zweimal wöchentlich per Luftfracht Ladungen mit den Fliegenlarven nach Kroatien", erklärte der Chef der auf Biotechnologie spezialisierten Firma Biobee. Die radioaktive Behandlung werde außerdem streng von der israelischen Atomaufsichtsbehörde überwacht.

Hoffentlich. Nicht, dass die kleinen Tierchen am Ende noch Mini-Atombomben legen. Oder es endet wie bei Spider-Man. Der wurde schließlich von einer radioaktiven Spinne gebissen.