Köln l Geschenk mitbringen, schenken und beschenken lassen. Beim "Flashwichteln" treffen sich Menschen in ganz Deutschland. Sie wollen Leuten eine kleine Freude bereiten - auch wenn sie die überhaupt nicht kennen.

Das Prinzip ist einfach: Geschenk einpacken, zum angegebenen Treffpunkt mitbringen und beim Klang des Glöckchens ablegen. Ertönt das Klingeln erneut, können die Teilnehmer sich das Präsent eines anderen Wichtels schnappen. Die Tradition des Wichtelns stammt übrigens von einem alten nordischen Brauch - dem sogenannten Julklapp, wie Trendforscher Peter Wippermann erklärt. Dass Menschen daran überhaupt Interesse haben, lasse sich recht einfach erklären: "Geben macht glücklich." Die Menschen wollten ihre Stimmungslage zwischen Stress und Glücksgefühlen ausbalancieren.

Der Flashmob an sich wiederum spreche für eine spontane und flexible Gesellschaft im Zeitalter des Web 2.0, sagt Wippermann. Feste Vorgaben für die Präsente gibt es nicht.

"Es ist aber kein Schrottwichteln", betont Laura Rumich, die ein "Flashwichteln" in Köln organisiert hat. Neben gebrannten CDs und Party-Kits mit Konfetti und Alkohol sei viel Selbstgebasteltes dabei. Andere Teilnehmer gingen extra einkaufen. "Im Schnitt haben die Geschenke einen Wert von 5 bis 20 Euro", sagt Rumich.

Ein Umtausch- oder Rückgaberecht aber gibt es nicht. Doch wer unzufrieden ist, sollte es natürlich nicht einfach auf der Straße liegen lassen.