In der als Anti-Euro-Partei gegründeten AfD gibt es Bestrebungen, auf andere populistische Themen aufzuspringen. Etliche Mitglieder blicken elektrisiert auf die Demonstrationen der Pegida ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes"). Steffen Siebert, ehemaliges Mitglied des Landesvorstands, forderte am Rande des Landesparteitags, die Anti-Islam-Bewegung zu nutzen.

"Warum stellen wir uns nicht selbst an die Spitze?", fragte er Parteichef Bernd Lucke. Der lobte die Dresdner Demonstranten ausdrücklich. "Das ist keine antiislamische Hetze", urteilte er. Forderungen der Pegida teile auch die AfD, etwa das Ziel, dass sich islamische Zuwanderer integrieren müssten. Islamisten, die die Gewalt verherrlichten und die Scharia einführen wollten, lehne seine Partei ab.

Lucke äußerte allerdings taktische Bedenken, ob es glaubhaft wirke, "wenn wir auf den fahrenden Zug aufspringen". Er selbst wolle die Verantwortung nicht übernehmen, AfD-Mitglieder zur Teilnahme an Pegida-Demonstrationen aufzurufen. Unter den Demonstranten seien auch einige Neonazis. "Ich möchte mir das erst eine Weile ansehen. Wenn Sie im Landesverband daran teilnehmen wollen, ist das eine Entscheidung, die Sie treffen können."

Landesvorsitzender André Poggenburg sagte der Volksstimme, der Landesvorstand werde sich für die Anliegen der Pegida aussprechen. Die Partei richte sich gegen Fundamentalismus, "nicht gegen die, die friedlich ihre Religion ausüben, ohne andere zu belästigen". (he)