Berlin - Viele Bürger fürchten sich nach einer Umfrage vor einem zunehmenden Einfluss des Islams in Deutschland. Drei von fünf Befragten (58 Prozent) stimmten in der Erhebung des INSA-Instituts der Aussage "Ich habe Angst vor dem zunehmenden Einfluss des Islam in Deutschland" zu.

Die Sorge teilten auch 45,7 Prozent der 243 Befragten mit ausländischen Wurzeln, wie die "Bild"-Zeitung als Auftraggeberin mitteilte. 28 Prozent der insgesamt 2017 Befragten bekundeten, keine Angst zu haben.

Die Frage nach der Bereitschaft, sich an "Demonstrationen gegen die Islamisierung Deutschlands" - wie sie die umstrittene "Pegida"-Bewegung organisiert - zu beteiligen, verneinten allerdings 54 Prozent, lediglich 27 Prozent erklärten sich dazu bereit.

Derweil dringt SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann darauf, den Organisatoren der anti-islamischen "Pegida"-Demonstrationen deutlich entgegenzutreten. "Das sind keine Patrioten, das sind Nationalisten und Rassisten, die Ängste der Menschen schüren und die Gesellschaft spalten wollen."

"Die Drahtzieher müssen wir bekämpfen. Mit den Mitläufern müssen wir reden", sagte Oppermann im Bundestag. Manchen müsse auch klar gemacht werden, dass es sehr wohl ein Problem sei, wenn sie Rechtsextremen und Neonazis hinterherliefen.

Linke-Fraktionschef Gregor Gysi sagte an die Politik gewandt: "Wir alle haben versagt." Um Mitläufer wieder in die demokratischen Strukturen zurückzuholen, sollten alle Parlamente und Regierungen, Kultur, Wissenschaft und Kirchen Zeichen gegen Ängste setzen. Es sei nicht genug getan worden, um klarzumachen, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen islamischen Glaubens friedliebend sei.