Berlin - Rund 15 Millionen Menschen in Deutschland haben nach Berechnungen des DGB in den vergangenen zehn Jahren zumindest zeitweilig Hartz IV bezogen.

Das berichtet die "Welt" online unter Berufung auf eine Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum zehnten Jahrestag der Arbeitsmarktreform.

"Das Hartz-IV-System ist äußerst komplex und schnell überfordert", zitiert das Blatt aus dem Papier. Immerhin sollten fast zehn Prozent der Bevölkerung finanziell abgesichert und zugleich gefördert werden. Die hohen Ziele der Reform seien jedoch verfehlt worden. Auch zehn Jahre nach dem Start der Hartz-Reformen seien immer noch mehr als sechs Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen.

Zudem habe die Reform die Ausbreitung von Niedriglohn und prekärer Beschäftigung begünstigt. "Eine Fürsorgeleistung auf Sozialhilfeniveau, scharfe Sanktionen und Zumutbarkeitsregeln entfalten ihre disziplinierende Wirkung auf die gesamte Arbeitnehmerschaft", heißt es dem Bericht zufolge in der Analyse.

Der Abschied aus der Arbeitslosigkeit sei zudem oft nicht von Dauer. Etwa die Hälfte derjenigen, die eine Beschäftigung aufnähmen, melde sich spätestens nach einem halben Jahr wieder beim Jobcenter.