Berlin (dpa) | Die Linkspartei fordert zusätzliche freie Tage für Arbeitnehmer für den Fall, dass bundesweite gesetzliche Feiertage auf ein Wochenende fallen. Geprüft werden solle, ob eine arbeitnehmerfreundliche Feiertagsregelung in Deutschland nach dem Vorbild anderer Länder eingeführt werden kann, sagte die Arbeitsmarktexpertin der Linke-Bundestagsfraktion, Sabine Zimmermann, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Bundesregierung sieht keinen Bedarf für eine Neuregelung. Dass Feiertage gelegentlich auf einen Sonntag fallen, liege in der Natur der Sache, heißt es in einer der dpa vorliegenden Regierungsantwort an die Abgeordnete. Zimmermann wiederum vermutet hinter dieser Haltung wirtschaftliche Interessen. Erst 2018 lägen wieder alle fünf Feiertage außerhalb der Wochenenden.

In Belgien, Großbritannien oder Spanien würden feste Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, am Montag darauf nachgeholt. "Die gesetzlich geschützten Feiertage sollten eigenständige, arbeitsfreie Tage sein und nicht mit anderen arbeitsfreien Tagen verrechnet werden", sagte Zimmermann. Laut Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages im Auftrag der Linke-Abgeordneten, der der dpa vorliegt, gibt es weltweit in mindestens 86 Ländern Kompensationsregelungen, wenn ein Feiertag auf einen Sonntag fällt.

2015 fallen zwei bundesweite Feiertage auf Wochenenden: Der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) und der zweite Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) sind jeweils an einem Samstag. 2014 lagen alle fünf an ein bestimmtes Datum gebundenen, bundesweiten Feiertage außerhalb der Wochenenden.