Berlin | Endlich spricht es mal einer an! Ach was: nicht nur einer, Hunderte. Sie alle sind in großer Sorge, deshalb haben sie sich zusammengeschlossen zur Twitter-Gruppe "Schneegida" - phonetische wie inhaltliche Parallelen zu demonstrationslustigen Islamisierungsgegnern sind gewiss reiner Zufall.

Ihre Position ist schnell auf den Punkt gebracht: "Wir sind gegen die Schneemannisierung des Abendlandes", schreibt ein Mitglied. Kein Wunder bei all dem Kristall-Niederschlag, der sich jetzt in Deutschland ansiedelt. Nicht, dass einer was Falsches denkt. "Ich bin ja nicht schneefeindlich", meint jemand, "aber die in der Arktis lassen unseren Regen auch nicht einfach rein!" Und weiter: "Viele meiner besten Freunde sind Schneemänner. Die leben gut integriert seit Jahren hier. Magdeburg I Aber irgendwann ist auch mal Schluss." Eben: "Es fängt mit ein paar Flocken an, aber wenn wir nicht aufpassen, haben wir bald im ganzen Land eine geschlossene Schneedecke!"

Das größte Problem ist die Kriminalität. "Nicht jede Schneeflocke ist kriminell. Aber treten sie in Massen auf, liest und hört man doch überall vom Wintereinbruch." Kein Zweifel: "Natürlich ist Schnee gefährlich! Sogar der Deutsche Wetterdienst warnt vor ihm!" Jawohl. "In manchen Städten trauen sich Rentner schon nicht mehr auf die Straße!" Es ist ja nicht nur das: "Schneemänner nehmen uns unsere Frauen weg", wird moniert. Und überhaupt: "Ich möchte in keinem Land leben, wo mir der Schnee vorschreiben kann, wie ich Auto zu fahren oder mich zu kleiden habe."

Wer dachte, das Thema ginge Sachsen-Anhalt nichts an, wurde am Montag eines Besseren belehrt. Sogleich meldete sich jemand zu Wort: "Jetzt ist auch Halle dem Untergang geweiht. Über Nacht sind massenweise Schneeflocken eingewandert."