München - Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat den früheren Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich wegen dessen Kritik an Kanzlerin Angela Merkel in die Schranken gewiesen.

"Wir sind erst vor einem Jahr sehr gut gewählt worden", sagt Seehofer. "Die Kanzlerin hat fast die absolute Mehrheit erreicht in Berlin. Da ist eine Kursdebatte schon ein bisschen fragwürdig." Diese Debatte sei "schade, (...) weil sie natürlich auch schädlich ist".

Friedrich hatte der CDU-Vorsitzenden und Kanzlerin eine Mitschuld am Erstarken der Anti-Islam-Bewegung Pegida und der rechtskonservativen neuen Partei AfD gegeben. Seehofer sagte dazu, Deutschland und Bayern gehe es gut, die Zustimmung der Bevölkerung für die Politik sei hoch, der Zusammenhalt zwischen CDU und CSU sei ebenfalls gut. "Da verstehe ich eine Diskussion nicht, dass der Kurs zwar im Moment auf Zustimmung der Bevölkerung stößt, aber möglicherweise in einigen Jahren nicht mehr."

Friedrichs Verhältnis zu Merkel gilt CSU-intern als gestört, seitdem der oberfränkische Politiker im Februar im Zuge der Edathy-Affäre zurücktreten musste. Der Vorwurf des Verrats von Dienstgeheimnissen gegen Friedrich wurde zwar später entkräftet, doch hatte dieser seinen Posten als Bundesinnenminister da bereits verloren.