Chronologie des Falles Hoeneß

2001 bis 2006: Hoeneß spekuliert in großem Stil mit einem geheimen Konto in der Schweiz.

Januar 2013: Die Staatsanwaltschaft München leitet das Ermittlungsverfahren nach der Selbstanzeige von Hoeneß ein.

20. März 2013: Ein Haftbefehl gegen Hoeneß wird gegen Kaution ausgesetzt.

21. April 2013: Hoeneß schließt einen Rücktritt als Präsident des FC Bayern München aus, nachdem über seine Steuerhinterziehung berichtet wurde.

6. Mai 2013: Hoeneß bleibt nach einem 8:0-Votum der Mitglieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim FC Bayern München.

30. Juli 2013: Die Staatsanwaltschaft München erhebt Anklage wegen Steuerhinterziehung.

23. Januar 2014: Die Staatsanwaltschaft München lässt bayerische Finanzbehörden wegen des Verdachts der Verletzung von Steuer- und Dienstgeheimnissen durchsuchen.

10. März 2014: Prozessbeginn - Hoeneß gesteht, 18,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben.

11. März 2014: Laut Berechnungen einer Steuerfahnderin wird die Summe der hinterzogenen Steuern größer.

13. März 2014: Hoeneß wird wegen der Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern schuldig gesprochen. Urteil: Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten.

14. März 2014: Hoeneß akzeptiert die Strafe und tritt von seinen Ämtern beim FC Bayern München zurück.

2. Juni 2014: Hoeneß tritt seine Haftstrafe in Landsberg am Lech an.

20. September 2014: Hoeneß darf das Gefängnis erstmals für einige Stunden verlassen.

24. Dezember 2014: Hafturlaub zu Weihnachten.

München (dpa) | Genau sieben Monate nach Haftantritt darf Uli Hoeneß das Gefängnis wieder regelmäßig verlassen. Hoeneß wurde am Freitag Freigänger, bestätigte ein Sprecher des bayerischen Justizministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Der ehemalige Präsident des FC Bayern München kann somit tagsüber einer geregelten Arbeit außerhalb der Haftanstalt nachgehen - voraussichtlich in der Jugendabteilung des Fußball-Rekordmeisters. Nur zum Schlafen muss Hoeneß wieder hinter Gitter.

Bewährung für Hoeneß möglich

Hoeneß Anwalt Tobias Pretsch von der Kanzlei Ufer-Knauer teilte mit, dass der FC Bayern München als Arbeitgeber des 62-Jährigen eine Erklärung abgeben wolle. Die Verantwortlichen des europäischen Spitzenclubs hatten zuvor mehrfach gesagt, dass Hoeneß im Nachwuchsbereich des Vereins arbeiten werde.

Dass Hoeneß bereits jetzt Freigänger wurde, deutet darauf hin, dass die Strafvollstreckungsbehörden die Hälfte seiner Haft zur Bewährung aussetzen könnten. In diesem Falle wäre der einstige Fußball-Spitzenmanager im Frühjahr 2016 ein freier Mann.

Hoeneß, der am 5. Januar 63 Jahre alt wird, war am 2. Juni ins Gefängnis nach Landsberg am Lech gegangen. Am 13. März hatte ihn das Landgericht München wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Hoeneß soll beim FC Bayern München arbeiten

Der einstige Bratwurstfabrikant hatte an Weihnachten und Silvester schon zweimal Hafturlaub erhalten. Er durfte das Gefängnis in dieser Zeit auch zum Schlafen verlassen und verbrachte die Feiertage mit seiner Familie in seinem Haus in Bad Wiessee am Tegernsee. Schon zuvor war ihm einige Male tagsüber Ausgang genehmigt worden.

FC-Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte erst kürzlich im Fernsehen über die Zukunft von Hoeneß gesagt: "Ab Anfang Januar kommt er zum ersten Mal her, wird dann im Nachwuchs tätig sein." Und Vereinspräsident Karl Hopfner ergänzte: "Es war sein eigener Wunsch, im Nachwuchsbereich zu arbeiten."

Hafterleichterungen richten sich nach einem Vollzugsplan, den das Gefängnis für jeden Häftling erstellt. Der begleitete oder unbegleitete Ausgang ist eine der unteren Stufen. Hafturlaub kommt nach frühestens sechs Monaten geschlossenem Vollzug als weitere Erleichterung in Betracht. Der Freigang ist eine der oberen Stufen.

Unter bestimmten Voraussetzungen wird ein Teil der Haftstrafe von Gefangenen zur Bewährung ausgesetzt. In vielen Fällen ist dies das letzte Drittel der Haft. Bei Ersttätern wie Hoeneß kommt auch infrage, dass die Hälfte der Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird.

Uli Hoeneß muss nur noch nachts ins Gefängnis

München - Uli Hoeneß muss nur noch die Nächte hinter Gittern verbringen. Genau sieben Monate nach Haftantritt darf der Ex-Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München das Gefängnis wieder regelmäßig verlassen.

  • Uli Hoeneß ist Freigänger geworden.

    Uli Hoeneß ist Freigänger geworden.
    Quelle: Matthias Schrader/Archiv

  • Abends im Gefängnis: Zum Übernachten muss Uli Hoeneß zurück in die Haftanstalt.

    Abends im Gefängnis: Zum Übernachten muss Uli Hoeneß zurück in die Haftanstalt.
    Quelle: Nicolas Armer/Archiv

  • Bald wieder im Stadion? Bayern Münchens damaliger Präsident Uli Hoeneß neben Karl-Heinz Rummenigge beim Spiel Barcelona Bayern.

    Bald wieder im Stadion? Bayern Münchens damaliger Präsident Uli Hoeneß neben Karl-Heinz Rummen...
    Quelle: Peter Kneffel/Archiv

  • Blick in eine Einzelzelle in der JVA Landsberg.

    Blick in eine Einzelzelle in der JVA Landsberg.
    Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv

  • Das Haus von Uli Hoeneß in Bad Wiessee.

    Das Haus von Uli Hoeneß in Bad Wiessee.
    Quelle: Nicolas Armer/Archiv

  • In die Justizvollzugsanstalt in Landsberg muss Uli Hoeneß künftig nur noch zum Übernachten zurückkehren.

    In die Justizvollzugsanstalt in Landsberg muss Uli Hoeneß künftig nur noch zum Übernachten zur...
    Quelle: Nicolas Armer/Archiv

  • Uli Hoeneß wird wohl im Jugendbereich des FC Bayern München arbeiten.

    Uli Hoeneß wird wohl im Jugendbereich des FC Bayern München arbeiten.
    Quelle: Teresa Tropf/Archiv