Berlin - Trotz des massiven Truppenabzugs aus Afghanistan steigt die Zahl der im Auslandseinsatz traumatisierten Soldaten wieder.

Im vergangenen Jahr registrierte die Bundeswehr nach einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Statistik schon bis Mitte Oktober 152 neue Patienten mit Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), im gesamten Vorjahr waren es 149.

Bis 2012 war die Zahl der Neuerkrankungen auf 194 kontinuierlich gestiegen. 2013 wurde erstmals ein Rückgang registriert. Die Bundeswehr hatte das auf die Reduzierung der Truppen im Ausland und veränderte Einsatzbedingungen zurückgeführt.

Gemeint war damit vor allem der Afghanistan-Einsatz, wo die Bundeswehr zwischen 2010 und 2012 am stärksten in die Kämpfe mit den radikalislamischen Taliban verwickelt war. Die Posttraumatischen Belastungsstörungen können sich aber auch erst Jahre nach der Rückkehr aus einem Einsatz bemerkbar machen - zum Beispiel in Form von Alpträumen oder Angstzuständen.

In den vergangenen 13 Jahren wurden insgesamt 135 000 Bundeswehrsoldaten für vier bis sechs Monate nach Afghanistan geschickt, viele waren mehrfach dort. Zeitweise waren 5350 Soldaten gleichzeitig in dem Kriegsgebiet stationiert. Zum Jahreswechsel wurde der Kampfeinsatz der Nato in eine Ausbildungsmission umgewandelt, an der die Bundeswehr noch mit 850 Soldaten beteiligt ist. Insgesamt ist die Zahl der im Ausland eingesetzten Soldaten mit rund 2700 auf dem niedrigsten Stand seit mehr als 15 Jahren.