Karlsruhe - Der AfD-Bundessprecher Bernd Lucke hat seine Partei aufgerufen, Streit und Personalquerelen zu überwinden. "Die Erfolgsaussichten für unsere Partei sind enorm groß", sagte Lucke bei einem Landesparteitag in Karlsruhe.

"Wir können nur an uns selber scheitern." Lucke sagte, er sei bestürzt über das Klima, das auf der Versammlung der 500 Mitglieder der Südwest-AfD herrsche. Der als moderat geltende Europaabgeordnete Kölmel wurde am Abend als Landesparteivorsitzender wiedergewählt.

Statt sich in parteiinternen Streitereien zu zerfleischen, solle sich die Partei Sachthemen und den nächsten Wahlkämpfen zuwenden, forderte Lucke. Er redete im Anschluss an eine Debatte, in der sich Mitglieder rivalisierender Flügel mehrfach gegenseitig der Lüge bezichtigt hatten. Scharf kritisierte Lucke, dass 3000 E-Mails von ihm an Mitglieder des Bundesvorstands dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zugeleitet worden seien.

Lucke sagte, er sei "ein bisschen bestürzt über das Klima, das ich hier im Raum verspürt habe". In einer Debatte über den Rechenschaftsbericht des Vorstands bezichtigten sich Moderate und Nationalkonservative mehrfach gegenseitig der Lüge, auch fiel das Wort vom "innerparteilichen Krieg". Mit Blick auf den verspätet und mit Mängeln vorgelegten Finanzbericht des Jahres 2013 musste sich Landesvorstandssprecher Bernd Kölmel rechtfertigen, was er zur Kassenprüfung unternommen habe.

In Baden-Württemberg ist der Europaabgeordnete Kölmel (56) nach einem Beschluss der Versammlung nun alleiniger Sprecher der Landespartei. Der als moderat geltende AfD-Politiker erhielt 333 von 541 Stimmen. Für die nationalkonservative Gegenkandidatin Christina Baum stimmten 198 Mitglieder.

Der AfD-Bundesvorstand hatte am Freitag seinen Streit um den Parteivorsitz beigelegt. Die Parteiführung einigte sich in Berlin auf einen neuen Satzungsentwurf, der Lucke den Weg zum alleinigen Parteivorsitz ebnet.