Messe "Motorräder & Roller"

Die Motorradmesse in den Magdeburger Messehallen ist am 24. und 25. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Neben den neuesten Modellen der großen Hersteller werden auch gebrauchte Motorräder angeboten. Custombike-Aussteller zeigen, was im Tuning möglich ist.


Das Fahrzeugmuseum Staßfurt zeigt Oldtimer-Exponate, darunter MZ- und Simson-Räder.

Fahrräder mit und ohne Elektromotor werden in Halle 3 ausgestellt. Auf einem Parcours können die Räder ausprobiert werden.

Auf dem Außengelände zeigen Freestyle-Motocrosser ihre Kunststücke mit bis zu zehn Meter hohen Flügen durch die Luft.

Der Eintritt kostet 10 Euro, für Kinder 5. Weitere Ermäßigungen sind laut Veranstalter möglich.

Magdeburg l Zufrieden kann die Motorradbranche auf das Jahr 2014 zurückblicken. Gut 14.0000 Zweiräder aller Klassen wurden im vergangenen Jahr verkauft, ein Plus von mehr als 10.000 Stück. Für den Zuwachs hat vor allem der März gesorgt, der mit seinen ungewöhnlich milden Temperaturen schon früh die Motorradfahrer auf die Straße lockte.

Von der erhöhten Nachfrage hat auch Harry Schadenberg profitiert. In Magdeburg verkauft er Motorräder der Marke "Kawasaki". An diesem Wochenende ist er einer der Aussteller auf der Magdeburger Motorrad- und Rollermesse. Einen deutlichen Trend bei seinen Verkäufen kann er nicht ausmachen, tendenziell würden die Kunden aber zunehmend "gesetztere Modelle" kaufen und weniger auf die großen Sporträder setzen. "Das Publikum wird älter", sagt Schadenberg, was langfristig durchaus problematisch sei.

Einige Hersteller versuchen daher junge Fahrer mit Zuschüssen für die Fahrschulkosten anzulocken. Zudem reagierten die Hersteller mit neuen Modellen im Einstiegsbereich.

Achim Marten, Sprecher des Industrieverbandes Motorrad (IVM), sieht hingegen bereits eine Trendumkehr beim Durchschnittsalter der Motorradfahrer. 2010 habe dieses noch bei 45 Jahren gelegen, jetzt seien es bereits 42. "Der Motorradfahrer wird erstmalig nicht mehr älter", so Marten.

Bei den Verkäufen sieht Marten einen "Trend zur Individualisierung". Beliebt seien derzeit vor allem die "Naked Bikes" - "nackte" Maschinen, die sich später individualisieren lassen. Einbrüche seien hingegen bei den vollverkleideten hochmotorisierten Supersportlern zu verzeichnen. Harry Schadenberg kann das bestätigen. Sein meistverkauftes Motorrad ist die Kawasaki ER 6, ein Naked Bike der unteren Preisklasse, das in der deutschen Zulassungsstatistik auf dem zweiten Platz zu finden ist.

Mehr Verkäufe dank niedriger Zinsen

Der IVM erwarte weiterhin gute Zahlen, sagt Achim Marten. Das habe auch mit der Konjunktur in Deutschland und vor allem der Niedrigzinspolitik zu tun. "Zu sparen wird sich auch weiterhin nicht lohnen", sagt der Branchensprecher. Viele Motorradfahrer würden ihr Geld statt zur Bank lieber zum Händler tragen.

Vom Zweirad-Aufschwung nicht profitieren konnte der Rollermarkt. "Im Osten gehen Roller ohnehin schlecht", sagt Schadenberg, der nur vereinzelt die kleinen Maschinen verkauft. Achim Marten spricht von einer "vorübergehenden Marktsättigung". Der Verbandssprecher sieht fehlende Emotionen beim Roller als eine der Ursachen. "Beim Motorrad schwingt mehr mit." Deutschland sei eben nicht das Vespa-Land Italien, und der Roller sei "lediglich eine Mobilitätssache".

Marktführer widerspricht allen Trends

Marktführer in Deutschland ist weiterhin BMW. Die R 1200 GS führt die Zulassungsstatistik mit 8284 Stück an. Seit 1980 wird die GS-Reihe gebaut, die 1200 seit 2004. Ihr urtümliches Konzept einer Reise-Enduro mit Zweizylinder-Boxermotor scheint sich gegen jeden Trend durchzusetzen. Die Maschine sei "der Golf unter den Motorrädern", sagt Achim Marten.

Doch auch BMW kommt um die Trends nicht herum. Mit der "R NineT" haben die Bayern ein Naked Bike mit hohem Lifestyle-Wert auf den Markt geworfen, das sich direkt auf Platz 9 der Zulassungsstatistik katapultierte.