Gütersloh - Die Deutschen haben nach einer Studie einen deutlich kritischeren Blick auf Israel als umgekehrt. 50 Jahre nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen beider Nationen haben 48 Prozent der Deutschen eine schlechte Meinung über das Land im Nahen Osten.

Das ergab eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung. Bei den Jüngeren zwischen 18 bis 29 Jahren sind es sogar 54 Prozent. Fast zwei Drittel der Deutschen bewerten die Arbeit der israelischen Regierung als negativ.

Laut der Studie haben 68 Prozent der befragten jüdischen Israelis dagegen ein positives Bild von Deutschland. Den Forschern bereitet ein Befund Sorge: Israelbezogener Antisemitismus wächst. Während 2007 rund 30 Prozent der Deutschen die israelische Politik gegenüber den Palästinensern mit dem Nationalsozialismus gleichsetzten, waren es zuletzt bereits 35 Prozent.

Die unterschiedlichen Sicherheitslagen sieht der Israel-Experte der Bertelsmann Stiftung, Stephan Vopel, als Grund für die unterschiedlichen Bewertungen. Beide Seiten hätten aus der Geschichte unterschiedliche Schlüsse gezogen, erklärte Vopel. "Für die Deutschen gilt die Maxime "Nie wieder Krieg", für die Israelis heißt es "Nie wieder Opfer"."