Magdeburg l In Kuba ist Musik allgegenwärtig. Auch Addys kommt früh mit der Musik der Karibikinsel in Berührung. Mit zehn Jahren verfügt sie bereits über ein beachtliches Repertoire und tritt regelmäßig auf. Als Teenager gründet sie ihre erste professionelle Band "Timbre Latino". Ihr Alltag besteht nur noch aus Melodien und Rhythmen. Während sich ihre Schulfreunde an den Stränden vergnügen, zieht es sie in den Probenraum.

Die harte Arbeit lohnt sich. Mit 18 Jahren erhält sie ein festes Engagement in einem Touristenzentrum. Für die Musikerin ein Glücksfall, denn so konnte sie sich in der wirtschaftlich schweren Zeit, der "periodo especial", ganz auf ihre Musik konzentrieren. Viele andere Künstler mussten, die Musik aufgeben, um Geld für Lebensmittel zu verdienen. Schnell werden Agenten und Künstlerberater aus Deutschland auf die talentierte Musikerin aufmerksam. 1993 erhält sie eine Einladung nach Deutschland. Ein Ereignis, das das Leben der Künstlerin eine neue Wendung gibt. In Gelsenkirchen lässt sie sich nieder und beginnt eigene Songs zu schreiben.

Doch vergessen kann sie ihre Heimat nicht. Immer wieder fliegt sie nach Kuba, um mit anderen Musikern zu spielen und aufzunehmen. Diese transatlantischen Erfahrungen sind der musikalische Kern ihres Debütalbums " Mundo Nuevo". Kubanische Rhythmen und europäische Musikkultur verschmelzen zu einem weltmusikalischen Mix, der zum Markenzeichen der Musikerin wird. Addys trifft den musikalischen Nerv der Zeit. Auftritte bei großen Festivals folgen. Genregrenzen überwindet sie mühelos. Egal, ob auf der Popkomm oder den Leverkusener Jazztagen - die Musik von Addys kommt an. Ihre Band geht auf Tournee durch ganz Europa. Musikerlegenden wie Eric Clapton oder Bob Geldof verpflichten sie als Vorprogramm. Die Begegnung mit diesen Musikern schlägt sich auch stilistisch in ihren Songs nieder. Immer mehr Einflüsse verschmelzen in ihrer Musik. Blues, Soul, Jazz Pop und Hip-Hop-Elemente finden sich auf ihrem 2003 erschienem Album "Nomad". Sie ist eine Nomadin, eine Wanderin zwischen der neuen und der alten Welt.

Der künstlerische Höhepunkt in der Karriere der musikalischen Weltenwanderin ist die Nominierung zum Preis der deutschen Schallplattenkritik im Jahr 2014 für ihr Album "Locomotora a Cuba".

Mittlerweile lebt Addys in Essen, ihre Band ist wie ein kleines Familienunternehmen. Ihre Tochter Lia und ihr Lebenspartner sind fast immer dabei, wenn die Musikerin auftritt. In Spanien, der Schweiz, Schweden, Belgien und natürlich auch Deutschland ist sie dieses Frühjahr live zu erleben.

Addys Mercedes ist am 13. Februar ab 20 Uhr in der Magdeburger Johanniskirche zu sehen und zu hören. Karten gibt es ab 22 Euro auch an der Abendkasse.