Magdeburg l "Eine breite Palette von Wohlstandsmüll vom Autoreifen über Metall- und Plastikteile bis zu jeder Menge Treibholz" kann Familie Wöckel bei ihren Spaziergängen am Elbufer regelmäßig in Höhe des Domes beobachten. An dieser Stelle, an der auch viele Touristen vorbeikommen, sollte doch mehr für Ordnung gesorgt werden, finden sie. Auch ein Nutzer des Forums der Stadtseite www.magdeburg.de bläst in dieses Horn. "Warum werden in diesem Bereich nicht die großen und losen Baumstämme, umgeknickte Bäume und Sträucher dauerhaft entfernt? Hier bleibt nämlich das gesamte Treibgut hängen", stellt er fest.

Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra hält auf Nachfrage zunächst fest, dass der Grundstückseigentümer für die Entsorgung von verbotswidrig abgelagerten Abfällen verantwortlich ist, wenn der Verursacher nicht festgestellt werden kann. Bei Abfall in der freien Landschaft, wozu auch das Elbufer zählt, ist der öffentlichrechtliche Entsorgungsträger, also die Stadt, für die Entsorgung verantwortlich, inklusive der entstehenden Kosten. Sie bittet die Magdeburger jedoch um Hinweise, falls sie wieder Müll am Elbufer entdecken. "Dies können sie über die Behördennummer 115, den MD-Melder oder direkt bei der Unteren Abfallbehörde unter Tel. 5402746 oder -2751 anzeigen", erklärt Kerstin Kinszorra.

Indes macht Friedrich Koop, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Magdeburg, klar, dass es nur aufgrund des Treibguts keine Rodungsaktion seinerseits geben wird. Seine Behörde würde nur aktiv werden, wenn der Schiffsverkehr auf der Elbe durch die Bäume und Sträucher gefährdet wäre. Er verweist aber auf die Planungen für den künftigen Hochwasserschutz. Nach den aktuellen Untersuchungen der TU Dresden dazu gebe es die Erkenntnis, dass Bewuchs den Hochwasserabfluss behindert, so Friedrich Koop. Somit könnten also im Zuge des Hochwasserschutzes auch die Müllfänger am Domfelsen verschwinden.

   

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