Berlin - Der Sozialverband VdK pocht angesichts der erwarteten Lohnsteigerungen auf mehr Geld als bisher geplant für die gut 20 Millionen Rentner in Deutschland.

"Die Bundesregierung muss jetzt den Weg für eine stärkere Rentenerhöhung freimachen", sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. "Die erwarteten Lohnsteigerungen lassen genügend Spielraum."

Nach bisherigen Schätzungen der Deutschen Rentenversicherung dürften die Renten Mitte des Jahres um ein bis zwei Prozent steigen. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Lohnentwicklung.

Im neuen Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung wird für 2015 ein Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer um 3,2 Prozent unterstellt - nach einem Plus von 2,7 Prozent im vergangenen Jahr. Das Bundeskabinett will heute die neue Konjunkturprognose beschließen. Neben der Lohnentwicklung spielt der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor eine Rolle bei der Rentenanpassung. Dessen Wirkung steht noch nicht fest.

Mascher machte auf Hindernisse für höhere Renten aufmerksam und forderte neue Regelungen dagegen. "Leider enthält die Rentenformel, die sich zwar an der Gehaltsentwicklung orientiert, so viele Dämpfungsfaktoren, dass von einem Gleichschritt der Gehalts- und Rentenentwicklung schon lange keine Rede mehr sein kann", sagte sie.

"Die Rentnerinnen und Rentner hätten deutlich mehr Geld in der Tasche, wenn diese Dämpfungsfaktoren endlich alle entfallen würden." Die Rentenformel müsse endlich wieder zum Grundsatz zurückkehren, dass die Renten parallel zu Löhnen und Gehältern steigen. "Alles andere ist ungerecht", kritisierte Mascher.