Kopenhagen I Was geben sich Internet-Börsen doch für Mühe, um Singles in ihre Vermittlungsfänge zu locken. Die einen preisen vermeintliche "Akademiker mit Niveau" an, die nächsten versprechen, sie würden mich (also im Prinzip jeden TV-Zuschauer, der in der Werbung nicht rechtzeitig wegzappt) verlieben. Vermutlich könnten diese Portale noch viel erfolgreicher sein, würden sie mit einer bestimmten Sorte von Männern hausieren gehen: Kerlen im Knast. Bei unseren Nachbarinnen aus Dänemark sind die nämlich gerade schwer angesagt. Das zeigt der Erfolg einer Facebook-Seite, die zwei Knackis im Staatsgefängnis Reenbæk ins Leben gerufen haben.

"Date en indsat" - auf Deutsch: "Date einen Häftling" - haben die beiden ihr Kuppelwerk genannt. Dort stellen sie jeden Tag einen "Häftling des Tages" vor. Neulich war es der 25-jährige Patrick, der einem Mädchen gern romantische Lieder auf der Gitarre vorspielen möchte. Die Seite kommt an: Innerhalb von nur zwei Wochen hat "Date en indsat" mehr als 10000 Mitglieder gewonnen, täglich stellen sich jede Menge flirtwillige Däninnen vor. Und nicht nur das. Manchmal streiten sie sich sogar um die bösen Jungs, da liest man dann unter einem Profil virtuelle Kratz-Attacken wie "Ich hab ihn zuerst gesehen!"

Mädels, die mehr wollen als Nachrichten schreiben, können sich auch mit ihrem Wahl-Knacki treffen. Das hat dann allerdings einen Haken: Auf ein Candle-Light-Dinner hoffen die Frauen umsonst. Denn Kerzen sind im Aufenthaltsraum verboten.