Magdeburg l Die Stadt hat kurzfristig ein weiteres Quartier für Flüchtlinge eingerichtet. 30 Männer aus Syrien sind seit vergangener Woche im Jugendbegegnungszentrum am Barleber See untergebracht. Auf Volksstimme-Anfrage erklärt Magdeburgs Sozialbeigeordnete Simone Borris, dass es sich dabei aber nur um eine Übergangslösung handelt. "Die Unterbringung ist nur bis zum 28. Februar geplant", sagt sie. Bis dahin sollen die Kriegsflüchtlinge in Wohnungen im Stadtgebiet unterkommen.

Anlieger aus der angrenzenden Bungalowsiedlung hatten in der Redaktion angerufen und sich über die Unterbringung am äußersten Rand der Stadt gewundert. "Das ist doch menschenunwürdig", sagte eine Anruferin, denn schließlich hätten sie dort draußen keinerlei Versorgungsmöglichkeiten. Die nächste Straßenbahnhaltestelle ist kilometerweit entfernt.

Simone Borris kann in dieser Hinsicht aber beruhigen: "Wir haben einen Transport für die Bewohner organisiert, so dass sie zu Einkaufsmöglichkeiten gelangen können." Außerdem sei die Unterkunft, die in den Sommermonaten von Kinder- und Jugendgruppen für Ferienfreizeiten genutzt wird, durch die Ausstattung mit möblierten Zimmern und Küche ideal. Das Begegnungszentrum befindet sich zudem im Eigentum der Stadt.

Dass es diesmal keine öffentliche Information gegeben hat, sei nicht geplant gewesen, so Borris weiter. Denn am Freitag sollte es eigentlich einen Pressetermin in der geplanten Unterkunft im Bruno-Taut-Ring geben, bei dem auch über die Zwischenlösung am Barleber See hätte informiert werden sollen. Weil in den Wohnungen dort aber noch nicht alle Möbel aufgestellt werden konnten, musste der Termin verschoben werden. Mitte Februar soll dies nun nachgeholt werden. Dann werden auch die ersten Familien aus der Gemeinschaftsunterkunft in der Grusonstraße nach Olvenstedt ziehen, so Simone Borris.

Unterdes ist die Stadtverwaltung weiter auf der Suche nach zusätzlichen Unterkunftsmöglichkeiten für die nächsten aus Halberstadt kommenden Asylbewerber und Flüchtlinge. Eine Möglichkeit in Ostelbien werde beispielsweise geprüft. Bis zu 1500 Menschen werden 2015 in der Stadt erwartet.

Vor Kurzem hat sich die Sozialbeigeordnete mit den Sprechern der Gemeinwesenarbeitsgruppen (GWA) abgestimmt, um Informationen über die aktuelle Situation in die Stadtteile zu tragen. Dort sicherte sie auch zu, so frühzeitig wie möglich die GWA-Gruppen und die Anwohner vor Ort zu informieren, wenn neue Unterkünfte gefunden worden sind.

Zudem gibt es diverse Anlaufstellen für alle, die die Flüchtlinge unterstützen wollen. Ehrenamtliche Angebote wie Sprachkurse oder Kinderbetreuung (Tel. 5403623) können ebenso angemeldet werden wie Spenden von Haushaltsgegenständen und Bekleidung (Tel. 4003159) bzw. Möbeln (Tel. 72726140).