Berlin (dpa) l Der Optimismus an der Börse kennt derzeit keine Grenzen: Fortschritte in der Ukraine- und der Griechenland-Krise haben den Deutschen Aktienindex am Freitag erstmals in seiner 27-jährigen Geschichte kurzzeitig über die Marke von 11.000 Punkten getrieben.

Für zusätzlichen Treibstoff sorgt die florierende Konjunktur in Europas größter Volkswirtschaft. Dass die Kauflust der deutschen Verbraucher für eine spürbare Beschleunigung gesorgt hat, war zwar schon bekannt. Neu ist das Ausmaß der wirtschaftlichen Erholung zum Jahresende. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent und damit deutlich stärker als zunächst erwartet, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Dank des überraschend starken Schlussquartals korrigierten die Statistiker den Anstieg der Wirtschaftsleistung Deutschlands im Gesamtjahr leicht von 1,5 Prozent auf 1,6 Prozent nach oben. Auch die Aussichten für 2015 haben sich spürbar verbessert.

Auch in der Eurozone ist die Wirtschaftsleistung zum Jahresende etwas stärker gewachsen als erwartet. Wie das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal um 0,3 Prozent zum Vorquartal. Bankvolkswirte hatten 0,2 Prozent erwartet. Unter dem Strich legte die Wirtschaftskraft im gesamten Euroraum 2014 um 0,9 Prozent zu.

Das Wachstum verteilt sich allerdings ungleichmäßig: Estland wuchs mit 1,1 Prozent am stärksten, gefolgt von Deutschland und Spanien mit je 0,7 Prozent. Dagegen erhöhte sich die Wirtschaftsleistung in Frankreich um lediglich 0,1 Prozent. Schlusslicht war Griechenland mit minus 0,2 Prozent.