Dresden - Hunderte Menschen haben sich in Dresden einem Neonazi-Aufmarsch anlässlich der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg entgegengestellt. Der Zug von bis zu 500 Rechtsextremen führte quer durch das Stadtzentrum und kam mehrmals ins Stocken, weil Gegendemonstranten Straßen blockierten.

Neonazis melden regelmäßig im Umfeld des Dresden-Gedenkens Aufmärsche an. Sie benutzen dabei die Luftangriffe der Alliierten, um die Schuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg zu relativieren. Die Zahl der Teilnehmer an diesen Kundgebungen wird allerdings immer geringer. Während vor Jahren noch mehrere tausend Neonazis aus ganz Deutschland und dem Ausland anreisten, ist der Aufzug inzwischen eher eine lokale Erscheinung. Jahrelang war er zuletzt mit Straßenblockaden sogar gänzlich verhindert worden.

In diesem Jahr hatten Rechtsextreme erst am Abend der offiziellen Gedenkfeiern am vergangenen Freitag einen Aufzug für Sonntag angemeldet. Am Nachmittag versammelten sich an verschiedenen Orten Hunderte Gegendemonstranten. Unter massivem Polizeischutz wurden einzelne Gruppen von Neonazis zunächst auf den Theaterplatz geleitet. Von dort zogen sie durch das Zentrum bis zum Hauptbahnhof. Am Straßenrand protestierten derweil Passanten lautstark und forderten die Rechten auf, die Stadt zu verlassen.

Bei Luftangriffen der Briten und Amerikaner auf Dresden waren vom 13. bis 15. Februar bis zu 25 000 Menschen ums Leben gekommen. Das Stadtzentrum versank in Schutt und Asche.