Nürnberg - Neuer Ärger um die Stromautobahn Suedlink: Der Stromnetzbetreiber Tennet muss seine Unterlagen für die geplante 800 Kilometer lange Windstrom-Trasse zwischen Schleswig-Holstein und Bayern auf Wunsch der Bundesnetzagentur nachbessern.

Ein Sprecher der Aufsichtsbehörde bemängelte, in den vorgelegten Unterlagen sei die Herleitung des vorgeschlagenen Trassenkorridors nicht nachvollziehbar. Er bestätigte damit einen Bericht der "Nürnberger Nachrichten".

Die Aufsichtsbehörde greift damit nach eigenen Angaben auch Kritik aus den betroffenen Regionen auf. Der Sprecher betonte allerdings gleichzeitig, derartige Nachfragen seien nicht ungewöhnlich. Die Behörde rechne damit, dass Tennet bereits in den nächsten Monaten einen überarbeiteten Antrag vorlegen werde, und das formelle Verfahren im Sommer eröffnet werden könne. Im Moment sei nicht mit nennenswerten Verzögerungen zu rechnen.

Auch Tennet-Sprecherin Ulrike Hörchens wertete die Aufforderung der Bundesnetzagentur zum Nachbessern der Unterlagen als "ganz normalen Vorgang". Das Unternehmen werde den Antrag in den nächsten Wochen ergänzen.

Die Bundesnetzagentur bemängelt nach Informationen der "Nürnberger Nachrichten", Tennet habe viele öffentliche und private Interessen zusammengefasst. Es müsse aber "erkennbar werden, aufgrund welcher Belange Korridore entweder für das Verfahren vorgeschlagen werden oder nicht ernsthaft in Betracht kommen". Zudem müssten Umweltfolgen in den betroffenen Regionen deutlicher dargestellt werden.

Der Suedlink soll die Hauptschlagader der Energiewende werden. Die rund 800 Kilometer lange Trasse soll ab 2022 Strom aus Windparks von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen in die Industriezentren nach Bayern und Baden-Württemberg bringen. Vor allem in Bayern gibt es massiven Widerstand gegen neue Stromtrassen - auch vonseiten der CSU-Landesregierung.