Berlin - Der Tierschutzbund hat Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) zu einem "konsequenten" Vorgehen gegen das millionenfache Töten männlicher Eintagsküken aufgefordert.

Dabei könne es nicht um einen schrittweisen Ausstieg, sondern nur um ein sofortiges Verbot gehen, erklärte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder. Agrarminister Schmidt hatte zuvor in der "Bild"-Zeitung "einen realistischen Zeitplan zum Ausstieg aus der Kükentötung (...) noch vor Ostern" angekündigt.

"Wir freuen uns, dass nun endlich auch auf Bundesebene den Worten die Taten folgen", erklärte dazu der Tierschutzbund. Minister Schmidt habe immer wieder betont, dass es für den "Kükenmord" keinen vernünftigen Grund gebe. "Da ist es nur konsequent, dass er jetzt handelt und wir können ihn dabei nur bestärken."

Weiter führte Schröder aus: "Klar muss aber auch sein: Wenn es, wie auch wir meinen, ein so eklatanter Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ist, dann darf es nicht darum gehen, Ausstiegsfristen zu verhandeln, dann muss es ein sofortiges Verbot geben. Das erwarten wir als Ankündigung noch vor Ostern."

Laut Tierschutzbund werden in Deutschland jährlich etwa 21 Millionen männliche Eintagsküken getötet, weil sie keine Eier legen und nicht zur Mast taugen. Die Tiere würden lebend in eine Art Häcksler mit rotierenden Messern geworfen. Die getöteten Küken werden dann den Angaben zufolge zu Tierkörpermehl verarbeitet und verbrannt. Die wenigen mit Gas getöteten Tiere würden manchmal in Zoos verfüttert.