Berlin - Die Blockade Bayerns gegen den Netzausbau könnte die Stromkunden künftig mindestens 100 Millionen Euro im Jahr kosten. Das ist das Ergebnis einer Studie für die Strombörsen EEX und EPEX Spot.

Denn ohne Höchstspannungsleitungen zum Transport des in Nord- und Ostdeutschland erzeugten Windstroms in den Süden müsste der deutsch-österreichische Strommarkt in zwei Preiszonen aufgeteilt werden, eine im Norden bis zum Ruhrgebiet und der thüringisch-bayerischen Landesgrenzen und eine für den Süden.

Mangels Transportmöglichkeiten müssten im Süden neue Kapazitäten geschaffen werden, etwa zusätzliche Gaskraftwerke. Preistreibend bei kleineren Preiszonen kommt laut der Studie des Beratungsunternehmens Consentec hinzu, dass es größere Unsicherheiten und Eingriffskosten in den Netzbetrieb gebe, da Wetterschwankungen und eine entsprechend schwankende Ökostromproduktion weniger gut austariert werden könnten.

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Seehofer hatte 2013 zwei große "Stromautobahnen" nach Bayern gebilligt. Nach Bürgerprotesten will er eine Revision: Fraglich ist vor allem, ob eine Ost-West-Trasse von Sachsen-Anhalt in den Raum Augsburg gebaut wird.

Dirk Biermann vom Netzbetreiber 50 Hertz sagte, es gebe viel Strom im Norden und eine große Nachfrage im Süden. Eine Zeit lang ließe sich das steuern. "Aber wir müssen mit dem Netzausbau diese unsägliche Situation korrigieren."