Top-10 der Förderungen 2014
1. Hermes Fulfilment in Haldensleben, 301 neue Jobs, 10 Mio. Zuschuss
2. Klemme in Eisleben, 186 neue Jobs, 5 Mio. Zuschuss
3. ThyssenKrupp Presta in Schönebeck, 167 neue Jobs, 9,9 Mio. Förderung
4. Schäfers Backwaren in Sülzetal, 153 neue Jobs, 10 Mio. Zuschuss
5. Ifa Rotorion in Haldensleben, 143 neue Jobs, 7,6 Mio. Zuschuss
6. Novelis Aluminium in Nachterstedt, 120 neue Jobs, 5 Mio. Zuschuss
7. ThyssenKrupp Presta Ilsenburg, 87 neue Jobs, 5,2 Mio. Zuschuss
8. eBay Enterprise Fulfilment in Halle, 80 neue Jobs, 3,9 Mio. Förderung.
9. Esparma Arzneimittel in Sülzetal, 69 neue Jobs, 5 Mio. Zuschuss
10. Knauf Integral in Südharz, 66 neue Jobs, 6,5 Mio. Zuschuss (ba)

Magdeburg l Noch nie sei der Einsatz der Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) derart effektiv gewesen wie im vergangenen Jahr, sagte Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) am Mittwoch in Magdeburg. Durch den Einsatz von 142,4 Millionen Euro (2013: 148,3 Mio.) seien Investitionen von 721,7 Millionen Euro (2013: 665,7 Mio.) ausgelöst worden. Das Verhältnis von Förderung und Investition liege damit bei etwa 1 zu 5, im Vorjahr lag die Quote noch bei 1 zu 4,5.

"Unsere Unternehmen investieren weiter in Arbeitsplätze", sagte Möllring. "Der Wirtschaftsstandort ist attraktiv. Bestehende Unternehmen binden sich langfristig." Das zeigten Beispiele wie Hermes Fulfilment in Haldensleben. Durch die Erweiterung des Versandzentrums werden dort in den kommenden Jahren 301 neue Jobs entstehen.

"Das sind Dauerarbeitsplätze, die mindestens nachgewiesen werden müssen", so Möllring. Ansonsten drohten den Unternehmen die Rückforderung der Fördermittel. Insgesamt werden aus allen Investitionen im Jahr 2014 mindestens 2563 neue Arbeitsplätze geschaffen. 581 weniger als noch 2013. Man habe besonderen Wert daraufgelegt, hochwertige Arbeitsplätze zu fördern. Auch, um Fachkräfte in Sachsen-Anhalt zu halten, sagte der Wirtschaftsminister.

Für 2015 stünden für die Förderung über GRW-Mittel in Sachsen-Anhalt rund 165 Millionen Euro zur Verfügung. "Ich gehe davon aus, dass wir das Kontingent ausschöpfen", sagte der Chef der Investitionsbank, Manfred Maas. Derzeit sei die Nachfrage noch gering. "Durch die aktuell unsichere wirtschaftliche Lage sind Unternehmen zurückhaltender, was Investitionen angeht", so Maas. Die geänderten Förderrichtlinien hätten darauf keinen Einfluss. Im vergangenen Jahr hatten sich die Bedingungen der GRW-Förderung für Unternehmen im Süden Sachsen-Anhalts verschlechtert.

Potenzial sieht das Land noch in der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Dazu will Möllring die Förderung sogenannter Innovationsassistenten in diesem Jahr ausweiten. Bisher gab es sie nur im Bereich der Ingenieure, künftig sollen akademisch ausgebildete Kräfte auch für Marketing oder Umweltmanagement eingesetzt werden können. Bis zu zwei Jahre sollen die Mitarbeiter im Unternehmen tätig sein. Der Staat übernimmt bis zu 50 Prozent der Personalausgaben bis zum Höchstbetrag von 30000 Euro pro Jahr. Sieben Millionen Euro stehen zur Verfügung. 33 Innovationsassistenten könnten gefördert werden. Bei höherer Nachfrage seien Umschichtungen möglich, sagte Möllring.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Olaf Meister kritisierte die Bilanz der Wirtschaftsförderung als ernüchternd. "Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze ist gering", so Meister. Zudem weise das Land seit Jahren das geringste Wachstum unter den östlichen Bundesländern auf. Der CDU-Abgeordnete Ulrich Thomas erklärte: "Sachsen-Anhalt behauptet seine Stellung als einer der interessantesten Investitionsstandorte in den neuen Bundesländern."