Kiel/Eckernförde - Ein wichtiges Beweismittel aus den Ermittlungen gegen den Waffenhersteller Sig Sauer ist verschwunden.

Unbekannte hätten den beschlagnahmten Laptop des früheren Geschäftsführers des Unternehmens aus Eckernförde in Schleswig-Holstein aus den Räumen der Kieler Staatsanwaltschaft gestohlen, berichteten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung". Sie beriefen sich auf die Staatsanwaltschaft. Für Nachfragen war die zuständige Oberstaatsanwältin am Donnerstagabend zunächst aber nicht zu erreichen.

Sig Sauer war im vergangenen Jahr wegen möglicherweise illegaler Pistolen-Lieferungen in den Irak, nach Kasachstan und Kolumbien in die Schlagzeilen geraten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb, dem Bericht zufolge gegen fünf aktive oder ehemalige Führungskräfte, darunter den amtierenden Chef von Sig Sauer USA. Ermittler hatten den Computer und andere Beweismittel beschlagnahmt, als sie die Geschäftsräume der Firma und Privatwohnungen von Angestellten durchsucht hatten.

Wie der Computer in dem videoüberwachten und gesicherten Gebäude verschwinden konnte, ist nach Informationen der drei Medien unklar. Die Staatsanwaltschaft erklärte den Berichten zufolge, die Sicherheitsmaßnahmen seien seitdem erhöht und die Regeln für den Umgang mit Beweismitteln verschärft worden.

Sig Sauer hatte Ende Februar angekündigt, mit deutlich weniger Mitarbeitern künftig nur noch Sportwaffen herzustellen.