Magdeburg l Als die Osterburger Blasmusikanten mit dem Zillertaler Hochzeitsmarsch in die Stadthalle einmarschieren, ist die Stimmung wie beim Original-Fernsehstadl. Moderator Andy Borg wird begeistert empfangen. Die Besucher kennen die Situation: Borg soll den Stadl verlassen und einem Jüngeren Platz machen. "Ja, ich war schon traurig", sagt der 54-Jährige. "Alles wird jünger und frischer, den Namen eines neuen Moderators nennt man noch nicht, vielleicht ist er noch gar nicht geboren", fügt er sarkastisch hinzu. Und sein Publikum bekundet mit Buhrufen, was es von seinem Abschied hält.

Aber dann geht der Musikantenstadl so richtig los. Die Stimmung steigt, alles klatscht, singt mit. Bis Ende März zieht Andy Borg, der als Adolf Andreas Meyer in Wien geboren wurde, noch einmal mit diesem Programm über 17 Stationen von St. Gallen in der Schweiz bis Wieze in Belgien und quer durch Deutschland. Nach den ARD-Fernsehshows bringt er deren Stimmung - eine Nummer kleiner im Bühnenaufbau - mit erstrangigen Interpreten direkt zu seinem Publikum.

Patrick Lindner greift in die Oldie-Kiste


Die 24-jährige Jurastudentin Melissa Naschenweng aus dem österreichischen Villach ist ein junges Talent aus einer Stadl-Fernsehsendung. Die Magdeburger Stadthalle hat sie mit ihrer steirischen Harmonika beim Hochzeitsmarsch und ihrem Titel "I liab di" voll im Griff.

Sängerin Monique aus der Schweiz erinnert mit "Einmal so, einmal so" an ihren bekannten Siegertitel beim Grand Prix. Für die lebenslustige Schweizerin ist Musik ihr Leben. Sie singt davon und erzählt, dass bei ihr ständig Musik zu hören sei.

Patrick Lindner - ein Urgestein des deutschen Schlagers - steht seit 25 Jahren auf der Bühne. Mit "Die kleinen Dinge des Lebens" wurde er einst bekannt und "Die berühmten drei Worte" sind auch heute noch beim Magdeburger Publikum ein Ohrwurm. Er greift in seine Oldiekiste, stellt aber auch neue Titel seiner Jubiläums-CD vor. Mit "Dann kamst Du" und seiner Musik aus dem Böhmerland findet er großen Beifall.

Abschied von Andy Borg


Bei den Dorfrockern, drei Brüdern aus dem unterfränkischen Kirchaich, hält es die Zuhörer nicht mehr auf den Sitzen. Markus, Tobias und Philipp heizen die Stimmung mit ihrem Mix aus volkstümlicher, Rock- und Country-Musik weiter an. Die drei in Lederhose, mit E-Gitarre und Akkordeon kommen mit ihrem aktuellen Hit "Ab geht die Musik" und die Halle dröhnt. Bei dem selbst geschriebenen "Ich bin a Dorfkind" darf sogar Kaspar, der kleine Sohn von Monique, mit auf die Bühne und kräftig einstimmen.

Den ganzen Abend geht es schwungvoll zu. Bei "In München steht ein Hofbräuhaus" wird mit Lindner kräftig geschunkelt, beim "Vogelbeerbaum" sind die Dorfrocker richtig aus dem Häuschen. Tänzer des Deutschen Showballetts Berlin beleben die Szene.

Drei Stunden Musikantenstadl - das sind drei Stunden Volksmusik und deutsche Schlager. In einer kleinen Szene des Königlichen Bayerischen Amtsgerichts muss Manfred aus dem Publikum auf die Bühne und spielt seine Rolle als Gerichtsdiener mit einem scharfen "Jawoll". Alpenbilder und das Panorama des Matterhorns auf der großen Leinwand geben dem Stadl auf Tour seinen Rahmen. Und das Stadl-Orchester Otti Bauer spielt auf der Bühne ebenso live wie die Künstler.

Andy Borg aber wird wie sein Vorgänger Karl Moik Abschied nehmen müssen. Am 28. März im österreichischen Oberwart und am 27. Juli im kroatischen Pula wird er noch einmal den Fernseh-Musikantenstadl moderieren.

 

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