Stuttgart - Flüchtlinge aus dem Kosovo bekommen von deutschen Behörden kein Geld mehr als Anreiz für die freiwillige Rückkehr in ihre Heimat.

Die bisher gezahlte Reisebeihilfe von 200 Euro pro Person sowie die Starthilfe von 400 Euro beziehungsweise 750 Euro pro Person sei mit Jahresbeginn ausgesetzt worden, teilte das Bundesamt für Migration und Zusammenarbeit mit.

Bund und Länder wollten damit verhindern, dass Menschen nur wegen dieser Eingliederungshilfe nach Deutschland kämen, sagte der baden-württembergische Europaminister Peter Friedrich (SPD) den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag). Die Behörden übernähmen nur noch die Reisekosten für eine dauerhafte Rückkehr.

Die Hilfe für einen Neustart im Kosovo betrug bisher 400 Euro für jeden Erwachsenen. Für Angehörige der serbischen und der Roma-Minderheit waren es 750 Euro. Nach einer starken Zunahme zu Beginn des Jahres sind in den vergangenen Tagen wieder weniger Asylbewerber vom westlichen Balkan nach Deutschland gekommen.

Der Stuttgarter Pfarrer Werner Baumgarten kritisierte die Entscheidung. "Die Menschen stehen oft vor dem Nichts, wenn sie wieder in den Kosovo zurückkehren", sagte der Geistliche der Zeitung. "Wir müssen Brücken bauen, dass die Menschen ohne Gesichtsverlust wieder heimkehren können."