Magdeburg/Berlin l Rund 500 Beschäftigte der ostdeutschen Mercedes-Benz-Vertriebsgesellschaft (MBVG) haben am Freitag in Berlin gegen den geplanten Verkauf des Unternehmens demonstriert. An dem Warnstreik beteiligten sich auch etwa 60 Mitarbeiter aus Magdeburg.

Der Stuttgarter Autobauer Daimler will seinen Vertrieb im Osten nicht mehr in Eigenregie führen und verhandelt mit Interessenten über den Verkauf. Den insgesamt 1700 Beschäftigten könnten dadurch schlechtere Arbeitsbedingungen und Entlassungen drohen, warnt die IG Metall. Sie fordert einen Überleitungstarifvertrag, um die Ansprüche der Mitarbeiter abzusichern.

Bei der zweiten Verhandlungsrunde in der MBVG-Zentrale in Berlin konnten sich Gewerkschafts- und Arbeitgebervertreter am Freitag noch nicht einigen. "Wir spüren aber, dass zunehmend Bewegung in die Gespräche kommt", so Betriebsrat Roland Zörner gegenüber der Volksstimme. Eine MBVG-Sprecherin betonte, dass sowohl Jobs als auch Arbeitsbedingungen bei einem Verkauf nicht angetastet würden - es aus diesem Grund keiner zusätzlichen tariflichen Regelungen bedürfe. Die IG Metall misstraut dieser Argumentation jedoch.

Nach Volksstimme-Informationen bleiben nach den derzeitigen Unternehmensplänen die Vertriebsstandorte in Magdeburg, Burg und Wernigerode mit mehr als 250 Mitarbeitern erhalten, für die Kunden soll sich nichts ändern.

Fakt ist aber auch, dass sowohl Mercedes als auch andere Autobauer in Deutschland im Verdrängungswettbewerb stehen. Der Markt für Neuwagen ist gesättigt. Entsprechend versuchen die Konzerne, Kosten in ihren Vertriebsstrukturen einzusparen.