Wiesbaden - Die Zahl der Ausländer in Deutschland hat 2014 einen Höchststand erreicht. Zum Jahresende hielten sich fast 8,2 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit im Land auf, wie das Statistische Bundesamt berichtete.

Das war die höchste jemals registrierte Zahl seit der Einführung des Ausländerzentralregisters 1967.

Von 2013 auf 2014 stieg die Zahl um 6,8 Prozent (519 300 Personen). Damit kommt nun fast jeder zehnte der knapp 81 Millionen Einwohner aus einem anderen Land. Die Neuzugänge im Register stammen zu fast 60 Prozent aus EU-Mitgliedstaaten.

Der größte Zuwachs kam aus Rumänien (32,9 Prozent) und Bulgarien (24,8 Prozent). Aus Ungarn kamen 15,6 Prozent und aus Polen 10,5 Prozent mehr Menschen. Der Zuzug aus Euro-Krisenländern schwächte sich hingegen ab: Aus Spanien kamen 8,3 Prozent mehr, aus Griechenland und Italien je 3,9 Prozent mehr Zuwanderer.

Die Zahl der Ausländer aus Nicht-EU-Staaten wuchs 2014 um fünf Prozent (212 600 Menschen); 2013 waren es weniger als halb so viele gewesen. Den größten Anteil daran hatten Flüchtlinge aus Syrien, deren Zahl sich auf 61 300 verdoppelte. Wie schon in den Vorjahren ging die Zahl der Menschen mit türkischem Pass zurück - vor allem durch Einbürgerung.

Die meisten neu ins Register aufgenommenen Ausländer ließen sich in Bayern nieder (112 900), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (111 000) und Baden-Württemberg (80 200). Der prozentuale Anstieg war allerdings in den neuen Ländern stärker, Spitzenreiter war Brandenburg (plus 13,4 Prozent). Den geringsten prozentualen Anstieg verzeichnete Berlin (plus 1,9 Prozent).

Im früheren Bundesgebiet einschließlich Berlin sind die meisten Ausländer Türken (19,4 Prozent). In den neuen Bundesländern gibt es mehr Polen, Russen, Vietnamesen, Ukrainer und Rumänen.

Drei mögliche Gründe gibt es für Veränderungen im Register: mehr Zuzüge als Fortzüge (Wanderungsgewinn), mehr Geburten als Sterbefälle (Geburtenüberschuss) oder Löschen nach Einbürgerung.