Düsseldorf (dpa) l Alle paar Wochen ein neuer Rekord - so scheint es momentan dem Dax zu gehen. Am Montag übersprang er die Marke von 12 000 Punkten. Ob jetzt der richtige Zeitpunkt zum Investieren oder Verkaufen ist, hängt aber von verschiedenen Faktoren ab, erklärt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

1. Welchen Zeithorizont habe ich?
Wer größere Investitionen erst in zehn Jahren oder später plant, der kann sich überlegen, in Aktienfonds anzulegen. Braucht man in zwei Jahren Geld für den Autokauf, ist es mutig, auf Renditen aus Aktien zu setzen, erklärt Scherfling. "Dann können die Anleger nur hoffen, dass nicht ausgerechnet in dieser Zeit die Kurse fallen." Denn keiner weiß, wie lange die positive Entwicklung beim Dax noch anhält.

2. Kann ich erst einmal auf das Geld verzichten?
Wenn es mal knallt und die Kurse in den Keller rauschen, muss der Anleger die Verluste im Zweifel auch aussitzen können. "Eine schlechte Börsenphase kann durchaus mal mehrere Jahre dauern", macht Scherfling deutlich. Das sei für die Leute ein Problem, die sagen: Ich kann nicht warten, ich muss jetzt verkaufen.

3. Investiere ich in Fonds oder einzelne Aktien?
Während Einzelaktien eher etwas für professionelle Anleger sind, sollten Verbraucher lieber eine Fondslösung in Betracht ziehen. Denn durch die Streuung in den Fonds nimmt man etwas Risiko heraus, erklärt Scherfling. Wer sich doch lieber einzelne Aktien aussuchen möchte und selber streuen will, schaut sich am besten erst die fundamentalen Daten der Unternehmen an - etwa im Geschäftsbericht.

Allerdings reicht das alleine nicht. Denn die Psychologie an der Börse spielt ebenfalls immer eine Rolle. Man muss richtig einschätzen können, wie sich die Kurse zukünftig wohl entwickeln werden.

4. Soll ich jetzt meine Aktien verkaufen?
Wer schon bei 8000 Punkten eingestiegen ist, verzeichnet jetzt einen guten Gewinn, wenn er verkauft. Allerdings könnte der Dax ja noch weiter steigen. Scherfling rät, auch bei der Frage "halten oder verkaufen?" den Zeithorizont und die individuelle Risikopräferenz zu hinterfragen: Für eine bald geplante Anschaffung ist es möglicherweise gut, nun die Gewinne einzufahren.

Sind jedoch in den kommenden Jahren erst einmal keine größeren Ausgaben geplant, kann auch noch abgewartet werden.