Berlin | Das war`s dann wohl. Nix mit Rot-Rot nach der Landtagswahl. Das Vertrauensverhältnis zwischen SPD und Linken dürfte mächtig erschüttert sein. Und schuld ist Roland Kaiser. Also nicht er in Person. Aber das, was er macht. Oder besser gesagt das, was er nicht mehr machen darf: bei MDR Sachsen-Anhalt trällern. Aber der Reihe nach.

Vor einem dreiviertel Jahr hat der Sender sämtliche Schnulzen-Schlager aus dem Tagesprogramm verbannt. Die will nämlich kaum noch wer hören, so die Begründung. Jene Randgruppe ließ sich das aber nicht gefallen. Öffentlich tat sie ihren Protest kund - etwa in Leserbriefen an die Volksstimme. Höhepunkt des Widerstands war eine Dokumentation, für die ein Anhalt-Bitterfelder sogar Jürgen Drews vor die Kamera zitierte.

Nun hat das Schlager-Gate eine neue Dimension erreicht. Offensichtlich steht auch bei Sozialdemokraten die eine oder andere Roland-Kaiser-Platte im Regal. Denn im Medienausschuss des Landtags haben sie gefordert, dass der MDR in einer Debatte Rede und Antwort steht. Musik in den Ohren der Linken war das nicht, sie lehnten den Antrag ab. Darüber wiederum beschwerte sich die SPD beleidigt in einer Pressemitteilung.

Koalitionsflirts hin oder her: Bei Musik hört die Freundschaft eben auf. Nicht zu verachten ist übrigens die Begründung für die Ablehnung, die der Linken-Abgeordnete Stefan Gebhard der Mitteldeutschen Zeitung zu Protokoll gab: Das sei so wie damals beim Genossen Ulbricht, der forderte, endlich Schluss zu machen mit der Monotonie des Yeah, Yeah, Yeah.