Berlin - Wegen neuer bundesweiter Warnstreiks im öffentlichen Dienst müssen Eltern, Uniklinik-Patienten und wohl auch Autofahrer wieder mit Einschränkungen rechnen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Beamtenbund (dbb) kündigten für diesen Dienstag Ausstände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an.

Am Mittwoch wollen angestellte Lehrer und Mitarbeiter von Universitätskliniken, Straßenmeistereien und anderen Landesbehörden in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf die Straße gehen. Den Abschluss bilden am Donnerstag Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg sowie Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Im Südwesten sollen die Streiks bereits am Mittwoch anlaufen.

Die Proteste sollen den Druck im Tarifkonflikt mit den Ländern erhöhen. Die Verhandlungen gehen am Samstag in Potsdam weiter.

"Bislang haben sich die Arbeitgeber noch nicht bewegt", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Achim Meerkamp. Bei der dritten Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) hatte es vergangene Woche kaum Annäherung gegeben.

Verhandelt wird für die rund 800 000 Angestellten der Länder - ohne Hessen, das nicht der Tarifgemeinschaft angehört. Die Gespräche sind ungewöhnlich kompliziert. Ein wichtiger Streitpunkt ist die betriebliche Altersversorgung. Die Länder wollen hier sparen, weil die Menschen immer älter werden. Das wollen die Gewerkschaften weiterhin nicht akzeptieren. Beim Gehalt wollen die Gewerkschaften 5,5 Prozent mehr, mindestens aber 175 Euro mehr im Monat.