Riechtest
Spielzeug: Ist hier ein Geruch dabei, der untypisch für das Material scheint, ist Vorsicht geboten, erklärt der TÜV Rheinland in Köln. Zwingend notwendig ist das CE-Kennzeichen. Dabei handelt es sich um eine Selbstauskunft des Herstellers oder Importeurs. Bewährt hat sich außerdem das GS-Zeichen, das für "Geprüfte Sicherheit" steht.

Kleidung: Auch hier sollten Verbraucher auf untypische Gerüche achten. In gummierten Aufdrucken und bei besonders grellen Farben können verbotene Weichmacher oder verbotene Azofarbstoffe enthalten sein. Verbraucher können sich an Prüfzeichen wie "Textiles Vertrauen" oder "Toxproof" orientieren
(dpa)

Brüssel (dpa) l Ausgerechnet von aufblasbaren Gummi-Enten oder anderen Spielwaren gehen besonders oft Gefahren für die Gesundheit aus. Kontrolleure haben im vergangenen Jahr in Europa fast 2500 riskante Produkte aus dem Verkehr gezogen - so viele wie nie zuvor. Mehr als ein Viertel davon waren Puppen, Teddys und andere Spielsachen. Das geht aus dem Jahresbericht zum Schnellwarnsystem "Rapex" hervor, den die EU-Kommission am Montag in Brüssel vorstellte.

Kinder könnten sich an den Spielsachen verletzen, ersticken oder mit giftigen Chemikalien in Kontakt kommen. Zumeist stammen die Produkte aus China (einschließlich Hongkong). Europas Behörden warnten die Verbraucher mit Rückrufaktionen, nahmen die Produkte vom Markt oder verhängten Verkaufsverbote.

"Spielsachen sind ein ganz wichtiges Problem, das die Schwächsten trifft", sagte EU-Verbraucherkommissarin Vera Jourova. Um dies zu ändern, arbeite die EU-Kommission an strengeren Normen für die Sicherheit von Spielzeug und werde weitere Informationskampagnen starten.

Neben Spielsachen (28 Prozent) machten im vergangenen Jahr Kleidung, Textilien und Modeschmuck (23 Prozent) den größten Anteil aus. Fast zwei Drittel der Waren kommen nach wie vor aus China, einem der wichtigsten Handelspartner der EU. Allein bei den in der EU verkauften Spielsachen stammen mehr als 90 Prozent aus chinesischer Produktion.

Insgesamt 2435 gefährliche Produkte waren 2014 in den 28 EU-Staaten sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein entdeckt worden (plus drei Prozent gegenüber dem Vorjahr). Dies sei aber nur bedingt ein Hinweis auf mehr gefährliche Waren, sondern vor allem ein Ergebnis besserer Kontrollen. Mit 296 gefährlichen Waren lag Deutschland an erster Stelle vor Ungarn und Spanien. Ein schädliches Produkt wird gemeldet, wenn es in dem jeweiligen Land zum ersten Mal auftaucht.

Über die Datenbank "Rapex" warnen sich die EU-Staaten gegenseitig vor solchen Produkten. "Rapex" umfasst Konsumgüter mit Ausnahme von Lebensmitteln und Medikamenten. Das System gibt es seit zwölf Jahren.

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