Berlin - Am zweiten Tag seines Antrittsbesuchs in Berlin kommt Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras heute mit Vertretern der Opposition zusammen.

Auf dem Programm stehen Gespräche mit der Vorsitzenden der Linken, Katja Kipping, und Fraktionschef Gregor Gysi sowie mit den beiden Parteivorsitzenden der Grünen, Simone Peter und Cem Özdemir. Im Mittelpunkt steht der Streit um die Reformpolitik des pleitebedrohten Landes und die Zukunft des Euro.

Zum Auftakt seines ersten offiziellen Berlin-Besuchs war der linke Ministerpräsident am Montag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfangen worden. Der Euro-Partner Griechenland benötigt dringend weitere Finanzhilfen, um den drohenden Staatsbankrott abzuwenden.

Merkel und Tsipras kamen in wesentlichen Fragen der Schuldenkrise nicht voran - trotz aller Bemühungen um versöhnliche Töne. Der Regierungschef versprach, Vereinbarungen einzuhalten. Er forderte aber andere Prioritäten. "Wir brauchen einen neuen politischen Mix."

Merkel drängte den Euro-Partner angesichts des drohenden Staatsbankrotts, Reformen auch umzusetzen. "Wir möchten, dass Griechenland wirtschaftlich stark ist, dass Griechenland Wachstum hat". Vor allem müsse die hohe Arbeitslosigkeit überwunden werden. Forderungen nach weiteren Entschädigungen für Nazi-Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs wies Merkel zurück.

Tsipras, der seit knapp zwei Monaten im Amt ist, will am Nachmittag nach Athen zurückkehren.