Nach dem Start in Barcelona:
"In den ersten 20 Minuten sprechen die Piloten vollkommen normal miteinander, man könnte sagen heiter, höflich, wie normale Piloten während eines Flugs. Es passiert also nichts Ungewöhnliches. Dann hört man den Bordkommandanten die Instruktionen für die Landung in Düsseldorf vorbereiten. Die Antworten des Copiloten erscheinen lakonisch. (...) Die Antworten sind kurz, es gibt keinen wirklichen Austausch."

Der Flugkapitän verlässt das Cockpit:
"Dann hört man, wie der Bordkommandant den Copiloten bittet, das Kommando zu übernehmen. Man hört das Geräusch eines Sitzes, der nach hinten geschoben wird, und einer Tür, die sich schließt. Man kann legitimerweise davon ausgehen, dass er rausgeht, wahrscheinlich um seine natürlichen Bedürfnisse zu befriedigen."

Der Copilot leitet den Sinkflug ein:
"In diesem Moment ist der Copilot allein am Kommando. Er betätigt die Knöpfe des sogenannten Flight Monitoring Systems, um einen Sinkflug einzuleiten. Die Aktion auf diesem Höhenregler kann nur gewollt gewesen sein."

Der Flugkapitän gelangt nicht mehr ins Cockpit:
"Man hört mehrere Rufe des Bordkommandanten, der Einlass in das Cockpit verlangt, über (...) eine Gegensprechanlage mit Video. Man kann also sagen, dass er sich gezeigt, identifiziert hat. Aber es gab keine Antwort des Copiloten. Er hat geklopft, um die Öffnung der Tür zu verlangen. Aber der Copilot hat nicht geantwortet. (...) Er hat nicht ein einziges Wort gesagt, nachdem der Bordkommandant das Cockpit verlassen hatte."

Verzweifelte Kontaktversuche der Flugüberwachung:
"Man hört anschließend die wiederholte Kontaktaufnahme des Kontrollturms von Marseille, aber keine Antwort des Copiloten. (...) Kein Notsignal, etwa Mayday-Mayday-Mayday, wurde von den Luftraumkontrolleuren empfangen. Und es gab keinerlei Antwort auf die zahlreichen Kontaktaufnahmen der Kontrolleure."

Der Copilot ist offenbar bei Bewusstsein:
"Man hört zu diesem Zeitpunkt ein menschliches Atmen im Inneren des Cockpits, bis zum Aufprall. Das bedeutet, dass der Copilot am Leben war. (...) Er hat anscheinend normal geatmet. Das ist nicht die Atmung von jemandem, der gerade einen Infarkt erleidet. (...) Man hat nicht das Gefühl, dass er Panik hatte."

Die letzten Sekunden vor dem Aufprall:
"Die Alarmsignale gingen los, um der Besatzung die Nähe des Bodens anzuzeigen. Dann hört man heftige Schläge gegen die Tür wie um sie aufzubrechen. (...) Die Opfer haben es vermutlich erst im allerletzten Moment bemerkt. Schreie gibt es in den letzten Momenten vor dem Aufprall. (...) Der Tod trat sofort ein, denn diese Maschine, die mit 700 Stundenkilometern gegen den Berg prallte, ist im wahrsten Sinne des Wortes explodiert."

Das Fazit der Ermittler:
"Die für uns plausibelste, die wahrscheinlichste Interpretation ist folgende: Der Copilot hat sich absichtlich geweigert, dem Bordkommandanten die Tür zum Cockpit zu öffnen und hat den Knopf zum Absenken der Flughöhe gedrückt. Wir kennen heute nicht den Grund, aber das kann interpretiert werden als der Wille, dieses Flugzeug zu zerstören. (...) Es war eine willentliche Handlung."

Terroristischer Hintergrund ausgeschlossen:
"Er (der Copilot) steht in keinem Terroristen-Verzeichnis, absolut nicht. (...) Nichts erlaubt es zu sagen, dass es sich um einen Terroranschlag handelt. (...) Wir haben von den deutschen Justizbehörden Informationen über das persönliche, familiäre, auch das berufliche Umfeld erbeten."

(AFP)