Berlin - Die Bundeswehr wird das Sturmgewehr G36 trotz Präzisionsproblemen bei Hitze zunächst weiter in heißen Gebieten wie Afghanistan oder Mali nutzen. Generalinspekteur Volker Wieker gab aber Anweisungen an die Soldaten, wie sie mit den Mängeln umgehen sollen.

Dazu zählt das Einschießen der Waffe, um Abweichungen bei der Treffsicherheit festzustellen. Sofern die Lage es zulasse, sollte auch eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Zudem solle "der richtige Munitionsmix" verwendet werden.

In einer monatelangen Untersuchung unter Beteiligung des Bundesrechnungshofs und des Fraunhofer Instituts hatte die Bundeswehr diese Woche festgestellt, dass das Gewehr bei hohen Temperaturen und bei Dauerfeuer nicht treffsicher ist. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schloss daraufhin nicht aus, die Gewehre ganz auszumustern. Zunächst will sie aber den Abschlussbericht der Untersuchungskommission abwarten. In den vergangenen 20 Jahren hat die Bundeswehr 176 000 G36 gekauft. Hersteller Heckler & Koch hat die Vorwürfe zurückgewiesen.