Nürnberg - Immer mehr in Deutschland lebende Bulgaren und Rumänen beziehen Hartz IV, zugleich wächst laut einer Studie auch der Anteil der Zuwanderer aus den beiden EU-Ländern mit einer geregelten Arbeit.

In den kommenden Monaten sei mit einem weiteren Auseinanderdriften der Entwicklung zu rechnen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer aktuellen Studie.

So zeichne sich in nächster Zeit ein weiterer Anstieg der Beschäftigten aus den beiden Ländern ab. Zugleich sei bei der Zahl der Hartz-IV-Empfänger derzeit "keine Trendwende zu erkennen", heißt es in der im Internet veröffentlichten Analyse. Über die Entwicklung hatte zuerst die "Bild"-Zeitung berichtet.

Nach IAB-Angaben hatten im Januar 245 000 der 547 700 in Deutschland lebenden Bulgaren und Rumänen eine Stelle - und damit jeder Zweite. Zähle man noch die Selbstständigen und nicht abgabepflichtigen Saisonarbeitskräfte hinzu, hätten 66 bis 71 Prozent der Bulgaren und Rumänen eine Arbeit.

Zugleich sei im vergangenen Jahr die Zahl der Hartz-IV-Bezieher deutlich gestiegen, berichtet das IAB. So hätten zuletzt im Dezember 2014 rund 83 000 Bulgaren und Rumänen Grundsicherung erhalten. Im Dezember 2013 waren es lediglich 45 000. Seit Anfang 2014 besteht auch für Rumänen und Bulgaren volle Arbeitnehmer-Freizügigkeit. Inzwischen beziehe rund jeder siebte Bulgare und Rumäne Leistungen von den Jobcentern. Im Dezember 2013 war es nur jeder zehnte gewesen.