Berlin - Nach dem Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Tröglitz befürchtet Außenminister Frank-Walter Steinmeier eine Schädigung des Ansehens Deutschlands. "Die Ereignisse von Tröglitz sind eine Schande", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag".

"Wir sollten nicht überrascht sein, dass auch bei unseren Partnern in der Welt mit großer Sorge registriert wird, wenn in Deutschland Flüchtlingsunterkünfte brennen, und dass genau verfolgt wird, wie die deutsche Gesellschaft darauf reagiert."

Eine breite Mehrheit in Deutschland lehne Fremdenfeindlichkeit klar ab, betonte Steinmeier. Er rief eindringlich dazu auf, der Verantwortung für Flüchtlinge gerecht zu werden. Es müsse noch mehr passieren, um zu verhindern, dass "immer wieder Menschen auf dem lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer sterben", forderte der Außenminister.

Auf ein Mehrfamilienhaus in Tröglitz in Sachsen-Anhalt, in das im Mai 40 Flüchtlinge einziehen sollten, war in der Nacht zum Karsamstag ein Brandanschlag verübt worden. Der ehrenamtliche Bürgermeister des Ortes hatte wegen rechtsextremer Anfeindungen im März seinen Rücktritt erklärt. Der Landkreis hält an seinen Plänen fest, Flüchtlinge in Tröglitz unterzubringen.