Magdeburg l Die Schwerpunktthemen der Messe - Digitalisierung und Industrie 4.0 - stehen auch bei vielen Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ganz oben auf der Tagesordnung. "Viewzer" heißt die Koproduktion der Firma 3D Logics aus Magdeburg und Fnopp aus Beetzendorf (Altmarkkreis Salzwedel), die den klassischen Katalog überflüssig machen könnte. Die Software will Produkte auf den Bildschirmen von Smartphones und Tablets erlebbar machen. "Der Betrachter kann Gegenstände bewegen, öffnen, vergrößern, verkleinern, Teile abnehmen oder sogar das ganze Produkt realitätsgetreu konfigurieren", erklärt Janine Platte, Inhaberin von Flopp. Entwickler Daniel Anderson aus Magdeburg hat die Software programmiert.

Auf der Hannover Messe wird die Innovation aus Sachsen-Anhalt erstmals präsentiert. "Das Interesse ist groß", sagt Platte. Vor allem für Firmen, die schwer erklärbare Produkte verkaufen, sei diese Art der Präsentation ein Fortschritt. "Viewzer" wird am Gemeinschaftsstand des Landes Sachsen-Anhalt vorgestellt. 24 Aussteller buhlen dort mit ihren Ideen und Produkten um Kunden aus aller Welt.

Der Platz am Gemeinschaftsstand ist für die Unternehmen günstiger als eine Fläche als Einzelaussteller. Peter Schreiber, Geschäftsführer der Softwareschmiede Integral Systemtechnik aus Barleben (Landkreis Börde) kostet der Einzelstand rund 9000 Euro. "Das machen wir nicht ohne Gegenwert. Nach der Messe kommen für uns stets Vertragsabschlüsse zustande", erklärt der 60-Jährige. Vor allem für Mittelständler sind seine Produkte interessant. Eine neue Verwaltungssoftware soll Firmen dabei helfen, geschäftliche Abläufe besser im Blick zu behalten. "Wir haben Benutzeroberfläche und Bedienung vereinfacht", sagt Schreiber. Mensch und Maschine habe das Programm zusammengeführt. Vor allem mittelständischen Unternehmen soll das zu einer gesteigerten Produktivität und letztlich zu steigenden Umsätze verhelfen, so Schreiber. Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes sind am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen zu finden. Das Magdeburger Institut für Kompetenz in AutoMobilität (IKAM) präsentiert dort neben einem kettenlosen E-Fahrrad auch ein Projekt, das die Serienproduktion von Brennstoffzellen in Sachsen-Anhalt ermöglichen will. "In unserem Netzwerk bündeln wir regionale Kompetenzen, um bald Brennstoffzellen in Serie fertigen zu können", erklärt Stefan Schünemann, Geschäftsführer des IKAM.

Damit das Projekt Realität wird, schaut sich Schünemann auf der Hannover Messe nach überregionalen Partnern um. "Wir suchen nach neuen Kontakten, um für den Wirtschaftsraum sowie für die Mittelständler neue Impulse zu bekommen", sagt der Geschäftsführer. An Gesprächspartnern dürfte es den Ausstellern nicht mangeln - im vergangenen Jahr kamen fast 180000 Besucher an den fünf Messetagen.

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