Berlin (dpa/vs) l Eine Panne beim Sat.1-Realityformat "Newtopia" hat dem Publikum ungewollt einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Bei einer Besprechung von Kandidaten mit den Produzenten lief eine Kamera mit, an die allem Anschein nach keiner gedacht hatte.

Wie das Medienmagazin dwdl berichtete, seien in der Nacht zum Montag die Kandidaten sauer gewesen über die Art und Weise, wie die Produktion Einfluss auf die Sendung nehmen wollte. Es habe eine 50-minütige hitzige Diskussion gegeben.

Die Produktionsfirma hatte im Vorfeld von vier Kandidaten mehr Spannung gefordert; die Kühe sollten verkauft und in der Scheune ein Restaurant eröffnet werden. Dies sollte eigentlich ein Geheimnis zwischen der Dramaturgie und den vier Pionieren bleiben, doch während die vier die Anweisungen im Technikraum des Sets erhielten, hatten die anderen Kandidaten an der Tür gelauscht.

Im Vorfeld hatten Sat.1 und die Produktionsfirma Talpa Germany beteuert: Anders als bei "Big Brother" hätten die Macher der Sendung kaum Einfluss auf das, was zwischen den Bewohnern passiert. "Doch tatsächlich ist alles ganz anders: Das Format ist offenbar gescripted, das heißt die Geschichten in der neuen Welt werden von der Produktion vorgegeben ..." schreibt er Mediendienst Media.

Zuschauer fragen sich nun, ob die Bewohner von außen Regieanweisungen bekommen. Sat.1 bat am Montag um Entschuldigung. In einem Statement bei Facebook hieß es: "Heute in der Nacht war eine Mitarbeiterin der "Newtopia"-Produktionsfirma Talpa Germany offensichtlich bei den Pionieren in der "Newtopia"-Scheune. Sie hat von sich selbst gesagt, dass sie betrunken sei, und dann mit den Pionieren über die Zukunft von "Newtopia" gesprochen. Dieses Gespräch konnte man über die 360-Grad-Kamera verfolgen."

"Diese Aktion war nicht mit dem Sender Sat.1 abgesprochen. Trotzdem entschuldigen wir uns aufrichtig dafür. Solche Gespräche sind nicht im Interesse von Sat.1. Wir, das Team von Sat.1, klären gerade auf, wie es zu diesem Vorfall hat kommen können.