Offenbach - Begleitet von Warnstreiks in mehreren Bundesländern sind am Montag die Tarifverhandlungen für Erzieher und Sozialarbeiter fortgesetzt worden.

Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften ringen seit Wochen um einen neuen Tarifvertrag für die bundesweit 240 000 Beschäftigten im kommunalen Dienst. Die Verhandlungen in Offenbach (Hessen) sind auf zwei Tage angesetzt.

In Hessen kamen nach Gewerkschaftsangaben 6500 Menschen zur zentralen Kundgebung vor dem Tagungshotel. Sie zeigten den Arbeitgebern symbolisch die Rote Karte und zogen anschließend durch die Innenstadt.

In Bayern blieben nach Verdi-Angaben mehr als 400 Kitas geschlossen, mehr als 700 Kindertagesstätten waren es in Baden-Württemberg. Rund 6000 Erzieher und Sozialarbeiter kamen in Mainz zusammen.

Zu einer Kundgebung in der Stuttgarter Innenstadt versammelten sich laut Polizei 11 000 Teilnehmer. Verdi-Bundeschef Frank Bsirske forderte mehr Respekt für die Arbeit von Erziehern: "Gesellschaftlich wird dieser Beruf mit zu wenig Respekt behandelt - das zeigt sich in der Bezahlung."

Die Gewerkschaften Verdi, GWE und dbb fordern eine höhere Eingruppierung der Beschäftigten. Das würde im Durchschnitt zu Einkommensverbesserungen von rund zehn Prozent führen. Die Arbeitgeber halten das für nicht bezahlbar. Nach Angaben der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände beläuft sich die Summe der Forderungen auf 1,2 Milliarden Euro.

Die Gewerkschaft warnte die Arbeitgeber am Nachmittag vor einer unnötigen Verhärtung der Fronten: "Sie riskieren eine Urabstimmung und unbefristete Streiks." Eine Einigung galt am Montag als unwahrscheinlich, am Dienstag soll weiterverhandelt werden.