Das Ringen zwischen GDL und Bahn
Seit einem Dreivierteljahr streiten die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn um eine Einigung in ihrer Tarifrunde - mehrere Streiks inbegriffen. Eine Übersicht:

10. Juli 2014: Start der Tarifgespräche. Die GDL fordert fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeit für das Zugpersonal.
1. und 6. September: Die Gewerkschaft setzt jeweils dreistündige Warnstreiks bei der Bahn im Personen- und im Güterverkehr durch.
2. Oktober: Ende einer Urabstimmung über reguläre Streiks. Die Forderung der GDL, auch für andere Berufe des Zugpersonals Verträge aushandeln zu dürfen, stellt sich zunehmend als Knackpunkt heraus.
7./8. Oktober: Erster regulärer, flächendeckender Streik (9 Stunden).
15./16. Oktober: Zweiter bundesweiter Ausstand, auch S-Bahnen sind betroffen. Die Arbeitsniederlegungen der GDL dauern 14 Stunden.
18. bis 20. Oktober: Der dritte Streik wird deutlich länger (50 Stunden im Personen-, 61 Stunden im Güterverkehr). Die GDL gerät in die Kritik, weil in mehreren Bundesländern die Herbstferien beginnen.
6. bis 8. November: Die GDL will den bisher längsten Streik seit der Gründung der Deutschen Bahn AG 1994 durchsetzen. Am Ende werden es in Runde vier 64 Stunden im Personen- und 75 Stunden im Güterverkehr.
17. Dezember: Für 2014 einigen sich die Tarifparteien rückwirkend auf eine Einmalzahlung von 510 Euro für alle GDL-Mitglieder. Die GDL verlangt jetzt nur noch eine statt zwei Stunden weniger Arbeit pro Woche.
11. Februar 2015: Die GDL erklärt überraschend das Scheitern der am 19. Januar wieder aufgenommenen Tarifverhandlungen mit der Bahn.
18. Februar: Ankündigung neuerlicher Streiks. Vor der Nennung eines konkreten Termins kehrt die GDL aber an den Verhandlungstisch zurück.
20. April: Wieder wollen die Lokführer streiken, es soll vor allem den Güterverkehr treffen. Dort beginnt der Streik am Dienstag (15 Uhr) und soll bis Freitag (9 Uhr) dauern. Bahnreisende müssen sich im Personenverkehr auf Streik von Mittwoch (2 Uhr) bis Donnerstag (21 Uhr) einstellen.

Berlin (dpa/cm) | Bahnreisende müssen sich von Mittwoch an auf neue Streiks der Lokführer bei der Bahn einstellen. "Der Streik beginnt im Personenverkehr am 22. April um 2 Uhr und endet am 23. April 2015 um 21 Uhr", kündigte die Lokführergewerkschaft GDL am Montag in Frankfurt an. Noch deutlich länger will die GDL Transporte auf der Schiene unterbrechen: Der Güterverkehr werde bereits vom 21. April um 15 Uhr bis zum 24. April um 9 Uhr bestreikt.

Die Gewerkschaft kritisierte, auch nach 16 Tarifrunden fehlten noch Ergebnisse in zentralen Fragen. "Immer wieder behauptet die DB, sie müsse prüfen und bewerten, macht zuerst Zugeständnisse und dann wieder eine Rolle rückwärts", heißt es in der Mitteilung.

Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Am Freitag seien die Verhandlungen in der mittlerweile 16. Runde am Knackpunkt der Lokrangierführer gescheitert, die von der Bahn niedriger eingestuft werden sollten als ihre Kollegen auf der Strecke. Ein zweites Berufsbild als "billiger Jakob" sei mit der GDL nicht zu machen, hatte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky erklärt. Bisher hat allein die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Tarifverträge für die Lokrangierführer abgeschlossen.

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