Zagreb l Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Falls es dieses Sprichwort in Serbien und Kroatien auch geben sollte, ist Vit Jedlicka der lachende Dritte. Das Mitglied der Libertären Tschechischen Partei Freier Bürger rief im Grenzgebiet der beiden Staaten die konstitutionelle Republik Liberland aus. Ein rund sieben Quadratkilometer großer Streifen Land, an dem weder das eine noch das andere Land Interesse hatte.

Einige Medien vermuten Satire hinter der Staatsgründung. Dabei hatte Vit Jedlicka als Mitglied der Libertären Partei in Kroatien und jetziges Staatsoberhaupt von Liberland schon ein Treffen mit einem österreichischen Botschafter. Steuern soll es nach dem Vorbild der Länder Monaco und Liechtenstein nicht geben. Auch der Leitspruch des Landes macht neugierig. "Leben und leben lassen", heißt es in Liberland.

Deshalb kann sich jeder auf der Homepage des Mini-Staates um eine Staatsbürgerschaft bewerben. Mehr als 250000 Registrierungen gab es am Mittwoch bereits, nur knapp eineinhalb Wochen nach Staatsgründung. Das erklärte Vit Jedlicka der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Es gibt nur eine Bedingung: Extremisten, Nazis und Kommunisten sind nicht willkommen. Aus den Bewerbungen werden 3000 bis 5000 Neubürger ausgewählt.