Was im Festjahr geplant ist

10. Mai, 15 Uhr: Eröffnung der Jubiläumsausstellung "40 Jahre. 40 Künstler. 40 Werke"

9. Juni: Eröffnung der Ausstellung Lore Krüger. "Ein Koffer voller Bilder", Schwarzweißfotografien der 1914 in Magdeburg geborenen Fotografin, bis 23. August

4. Juli: Geburtstagsfest mit vielfältigem Programm, Musik und Aktionen

2. September: Ulrich Wüst. Stadt Magdeburg. Fotografien

13. September: Lucas Foglia. Frontcountry. Fotografie

21. Oktober: "Von so weit her ..." Neue Werke für den Skulpturenpark

28. November: Alica Paz. Der Garten der Torheiten, Malerei und Skulptur der Mexikanerin, bis 28. Februar 2016

Magdeburg l In diesem Jahr dreht sich im Kunstmuseum einiges um Geburtstage. Nachdem das Haus der Burg Giebichenstein mit der Ausstellung "Figur Gefäß" (verlängert bis 25. Mai) zum 100. Hochschul-Geburtstag gratuliert hat, geht jetzt der Glückwunsch ans eigene Haus - und an seine Besucher. "40 Jahre. 40 Künstler. 40 Werke" ist die Jubiläumsschau überschrieben, die am 10. Mai eröffnet wird.

Annegret Laabs spricht bei der Vorstellung des Programms für das Festjahr von einer Überblicksschau, die wichtige Kunstwerke aus dem umfangreichen eigenen Bestand präsentieren wird. Kurator Uwe Gellner: "Die Ausstellung ist unsere persönliche Sicht auf die Sammlungsgeschichte des Hauses."

Bewusster Blick über den DDR-Tellerrand


Die begann am 11. Juni 1975 mit einem Ratsbeschluss der Stadt Magdeburg zum Ausbau des Klosters Unser Lieben Frauen zum Kunstmuseum. Laabs spricht rückblickend von einem Masterplan, der dem Haus sowohl baulich als auch sammlerisch stetige Weiterentwicklung ermöglichte. Durch das Votum hat in Magdeburg die Sammlung Kleinplastik der DDR, später die Nationale Sammlung Plastik ihren Stammplatz gefunden. Den Sammlungen gab das Zukunft und Künstlern Ausstellungsmöglichkeiten. Werner Tübke, Bernd Göbel, Gerhard Marcks, Gertraud und Otto Möhwald gehören zu den vielen namhaften Künstlern, die ihre Arbeiten zeigten. Magdeburg war auch Ort der Zentralen Keramikausstellungen der DDR. "Man blickte sehr bewusst über die Region hinaus und schaute über den DDR-Tellerrand, man öffnete sich auch internationalem Publikum", sagt Gellner.

Förster, Prangenberg, Cragg und Melhus


Wir sind noch ganz jung", sagt Laabs, die seit 2001 das Kunstmuseum leitet. Sie meint damit nicht nur die Einordnung in die Museumslandschaft, sondern auch die Ausrichtung des Hauses auf Gegenwartskunst. Den Sammlungen widmet sich die Jubiläumsausstellung mit Künstlern wie Wieland Förster, Hartwig Ebersbach, Olaf Wegewitz, Jannis Kounellis, Auke de Vries, Norbert Prangenberg, Tony Cragg, Koji Kamoji, Bjørn Melhus. Sie haben ihre künstlerischen Arbeiten im mittelalterlichen Bauwerk präsentiert. Mit diesen großen Namen "sind wir angekommen in der Mitte der Kunstmuseen", sagt Laabs.

Zum Geburtstag wünscht sich Laabs Interesse und Aufgeschlossenheit und einen Ankaufsetat, damit Museen nicht zum "Hort der Vergangenheit" werden, sondern auch für die "Zukunft Kunst bewahren".

Lore Krügers Fotografien auch in Magdeburg


Was in 40 Jahren bewahrt werden konnte, präsentiert "40 Jahre. 40 Künstler. 40 Werke." Später im Jubiläumsjahr werden Fotografien von Ulrich Wüst und Lucas Foglia sowie Malerei der mexikanischen Künstlerin Alica Paz gezeigt. Erfreulich, dass die viel beachtete Retrospektive "Ein Koffer voller Bilder" der Fotografin Lore Krüger von der renommierten C/O Galerie in Berlin nach Magdeburg wandert. Die 1914 in Magdeburg geborene deutsch-jüdische Widerstandskämpferin und Übersetzerin war 2009 in Berlin gestorben.

"Erfreulich auch, dass der im Herbst 1989 eingeweihte Skulpturenpark mit seinen 50 Großplastiken erweitert werden soll. "Es wird neue Werke geben", kündigt Laabs an. Mehr verrät sie noch nicht.

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