Magdeburg l Stolz erhebt sich das vollständige Skelett eines Riesenhirschs im letzten Abschnitt der Dauerausstellung. An die vier Meter misst allein dessen Geweih. Seit 1902 gehört dieses Exponat zu den Prunkstücken des Museums, war durch Neugestaltung allerdings fünf Jahre nicht zu sehen. Statt der bislang fragilen Aufhängung entwickelten die Museumsexperten nun ein stabiles Gestell.

"Solche Tiere, deren Körper nicht größer als der der heute lebenden Rothirsche ist, durchstreiften einst auch die Wälder unserer Heimat", sagt der Paläontologe Michael Buchwitz. Sie lebten vor rund 10000 Jahren. In den Mooren Irlands versanken immer wieder einzelne dieser Hirsche, deren Überreste beim Torfstechen ans Tageslicht kamen. Solch ein Fund gelangte schließlich auch in die Elbestadt. Die näheren Umstände seien nicht mehr bekannt, denn viele Unterlagen des Naturkundemuseums wurden zum Ende des Zweiten Weltkriegs vernichtet, erklärt Buchwitz.

Museumsleiter Hans Pellmann nennt das Fertigstellen der Dauerausstellung einen großen Moment und die Verwirklichung eines Traums. Das lange Provisorium der zwei Museen unter einem Dach habe ein Ende gefunden. Es gebe nun eine klare Abgrenzung zwischen seinem Haus, das auf 1000 Quadratmetern in der ersten Etage eine Heimstatt erhalten habe, und dem Kulturhistorischen Museum. Die zwei Sparten seien klar getrennt und verwirrende Rundgänge der Besucher durch beide Sammlungen gehörten der Vergangenheit an.

Mit der Zerstörung des ursprünglichen Naturkundemuseums am Domplatz hatte eine rund 70 Jahre währende Odyssee begonnen. Die letzten Umzugspläne in ein eigenes Domizil waren 2003 aus Kostengründen ad acta gelegt worden.

Beim Bummel durch die gesamte Dauerausstellung bekommen Kinder und Erwachsene gleichermaßen Lust auf ganz besondere Entdeckungen, auch wenn nur ein Bruchteil der mehr als 300000 Objekte des Museum gezeigt werden kann.

Viele Inszenierungen und ansprechende Darstellungen von Tierpräparaten in detailreichen Kulissen prägen den Exkurs durch die Erdgeschichte. Fragen nach den Eiszeiten würden ebenso beantwortet wie solche nach der Pflanzen- und Tierwelt in unterschiedlichen Epochen.

Im frisch gestalteten Bereich geht es um das Aussterben von großen Säugetieren ebenso wie um Klima- und Vegetationsveränderungen. Knochenfunde aus Kiesgruben Magdeburgs und des Umlands sind zu sehen. Sie werden an grafischen Darstellungen eines Mammuts und anderer Tiere an der richtigen Stelle präsentiert. Moschusochse und Wisent treten dem Besucher als anschauliche Präparate entgegen.

Übersichtlich dokumentiert wird auch die Bewegung von Kies- und Sandschichten der Erde, die etwa beim Schmelzen von Gletschern eine Veränderung erfuhren.